Zukunft gestalten

Erwachsene lassen Kinder für sich arbeiten

Jaqueline saß mit ihrem Kollegen auf dem Podium unserer bundesweiten Tagung zum Thema Kinderarbeit. Sie waren beide 13 Jahre alt und arbeiteten schon, seit sie 5 Jahre alt waren. Beide kämpften in der Kindergewerkschaft der arbeitenden Kinder für ihre Rechte. Wir lernten von ihnen: Kinderarbeit abschaffen, ohne die Lebensverhältnisse grundlegend zu verändern, ist Quatsch.

Konferenz Kinderarbeit

Auf dem Podium zwei arbeitende Kinder aus Lateinamerika, die aktiv in der Kindergewerkschaft engagieren. Sie rückten unser Bild zurecht.

Unter dem Titel FAINESS FÜR KINDER riefen wir zu einer bundesweiten Tagung zum Thema Kinderarbeit ins Geschwister-Scholl-Gymnasium Düsseldorf

Ministerin Bärbel Höhn saß als Schirmfrau der Kampagne auf dem Podium und diskutierte intensiv mit.

Sie schaffte es genauso wenig wie andere, einen Fußball zu nähen. Dazu sind 800 Stiche notwendig und jeder Einzelne geht sehr schwer.

Spannend waren die Ausführungen von Jaqueline, die von ihrer Arbeit auf der Straße und vor allem von den Zielen ihrer Arbeitergewerkschaft erzählte.

Günter Haverkamp hatte als Eine-Welt-Promotor für Medien und Initiator von Aktion Weißes Friedensband die Idee zur Fachtagung. Alle trugen das weiße Band.

Der Bericht zur Fachtagung

Weltweit müssen etwa 250 Millionen Kinder arbeiten. Sie tun das nicht freiwillig! Oft verdienen ihre Eltern zu wenig und sie müssen helfen, ihre Familie zu ernähren. Das bedeutet, dass sie nicht zur Schule gehen können und keine berufliche Zukunft haben.

Mit dem Thema Kinderarbeit konnten wir erfolgreich den Fairen Handel verbinden.

Kinder sind in besonderem Maße vom finanziellen Wohlergehen der Erwachsenen abhängig. Wo diese zuwenig verdienen, sind Kinder gezwungen, ihre Eltern zu unterstützen. Im Fairen Handel ist dies nicht nötig. Die Eltern verdienen genug, dass die Kinder auch zur Schule gehen können.

Diese Überlegung machten wir zur Grundlage unserer Aktion. Ziel ist, den Jugendlichen bewusst zu machen, dass sie etwas für die Situation der Menschen im Süden tun können: Wenn Eltern fair entlohnt werden, schicken sie ihre Kinder nicht zur Arbeit. Kinder und Jugendliche erhielten die Aufgabe, von den Erwachsenen ein Versprechen zu holen: Im Monat mindestens zwei Produkte aus dem Fairen Handel zu kaufen. Die Aktion Fairness für Kinder!  machte Jugendliche zu Botschaftern für ein Projekt gegen Kinderarbeit – sie fordern von Erwachsenen Faires Handeln ein.

Um die SchülerInnen anzusprechen bekannt zu machen, druckten wir einen Flyer, der auf der Vorderseite Plakatcharakter hatte und mit den Logos von der Grafikerin Eva Zimmermann gestaltet wurde. Auf der Rückseite erklärten wir die Hintergründe von Kinderarbeit und die Vorteile des Fairen Handels.

Wir machten im Flyer deutlich, dass die Partnerorganisationen Projekte zu Kinderarbeit unterstützen und erklärten die Aktion: Jugendliche sollten sich IHR Projekt aussuchen und dadurch zum Botschafter für DIESES Projekt werden. Sie sollten den Erwachsenen den Zusammenhang zwischen Kinderarbeit und Fairem Handel erklären: Kinder müssen nicht arbeiten, wenn ihre Eltern genug verdienen! Überzeugte Erwachsene sollten unterschreiben, dass sie in Zukunft monatlich zwei Produkte aus dem Fairen Handel kaufen.

Nach der Aktion konnten sich die Organisationen bei „ihren“ Botschaftern bedanken und ihnen Wege der Mitarbeit zeigen. Ehrenamtliches Engagement wurde gefördert.

Im Flyer schlugen wir weiterhin eine Suchaktion vor: Die Jugendlichen sollten in ihrer Umgebung suchen, wo fair gehandelter Kakao, Kaffee oder Honig verkauft wird. Die Liste der Supermärkte oder Weltläden sollten sie den Erwachsenen geben.

Wir sprachen alle Organisationen an, die zum Thema Kinderarbeit Projekte in den Ländern des Südens haben. Das Echo war groß – die Kampagne Fairness für Kinder unterstützten UNICEF, terre des hommes, Kindernothilfe, MISEREOR, Plan, Andheri-Hilfe, Welthungerhilfe und Solwodi.

Auch die Reaktion bei den Fairhandels-Organisationen war positiv. Sowohl gepa, Transfair und El Puente als auch dritte welt partner beteiligten sich an der Aktion. Unterstützt wurde die Aktion durch die LandesschülerInnenvertretung NRW.

Die Verteilung des Flyers erfolgte über die Partnerorganisationen, die mit ihren Logos auf der Vorderseite abgebildet waren. Sie verschickten die Flyer an ihre Gruppen und Partnerschulen. Dadurch wurde ein großer Kreis angesprochen. Wie von den Organisationen rückgemeldet wurde, ist die Aktion erfolgreich gelaufen.

Schirmfrau der Kampagne war Bärbel Höhn, Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.


Ende 2012 rief uns ein Mitglied unserer Kerpener Aktivgruppe an und fragte, ob wir nicht etwas dagegen tun wollen, dass Kinder auf Tabakfeldern für unsere Sucht arbeiten und dabei krank werden. Wir recherchierten und setzten uns Anfang 2013 mit der Aktivgruppe zusammen. Gemeinsam entwickelten wir die Aktion NIKOTINKINDER.

2013 Der Gesundheitsminister NRW startet eine Wanderausstellung durch sechs Großstädte – mit dabei NIKOTINKINDER und MAUER DES SPRECHENS.

2013 Wir haben einen Schauspieler gebeten, in einer Düsseldorfer Realschule den „König Tabak“ zu spielen. Er machte mächtig Eindruck, dass er gerade von den Jugendlichen, die rauchen, so reich sei, dass er sich tolle Autos leisten könne.

2013 Die Düsseldorfer Realschüler*innen bastelten Zigarettenschachteln und beschrifteten sie mit Statements.

2017 Stand mit dem Gesundheitsamt Düsseldorf. Wir konnten viele Gespräche führen und spannende Kontakte knüpfen.

2018 Workshop Hauptschule Düsseldorf. DieJugendlichen beschäftigten sich intensiv mit der Tabakwerbung und überlegten, wovon sie sich verführen lassen.

2018 Den Jugendlichen machte die Knüllaktion viel Spaß. Sie zerquetschten Zigarettenschachteln mit einem Spruch – ganz offensichtlich genüsslich.

2018 Die Hauptschule aus Düsseldorf konnte dem Gesundheitsminister von NRW zeigen, was sie gelernt haben und vom Minister wünschen. Bei dem liefen sie offene Türen ein.

Veranstaltung im Gesundheitsministerium

Unser Grundprinzip ist, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, Entscheidungsträger*innen zu schulen. Das konnten wir mit einer Hauptschulklasse im Gesundheitsministerium zusammen mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in seinem Haus zeigen.
In mehreren Workshops hatten wir mit den Jugendlichen der Hauptschule Bernburger Straße die Situation der Kinder besprochen, die auf den Tabakplantagen für unsere Zigaretten schuften müssen und dabei nikotinvergiftet werden.
Sie waren entsetzt, hatten ein tolles Video gedreht.
Das Gedicht der Jugendlichen „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ hat den Minister sehr beeindruckt.
Der Protest der Schüler*innen gegen Tabakwerbung und Kinderarbeit auf Tabakfeldern hat Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sehr gefallen.

2019 Fachtagung mit dem Düsseldorfer Bündnis Generation Rauchfrei. Die Hauptschulklasse lockerte das Ganze auf und sorgten für eine besondere Atmosphäre.

Fachtagung im Düsseldorfer Rathaus

Bündnis “Generation rauchfrei”

Vor einem Jahr wurde in Düsseldorf das Bündnis „Generation Rauchfrei“ gegründet, in dem unter Leitung des Gesundheitsamtes Düsseldorf viele namhafte Organisationen und Institutionen gemeinsam für mehr Schutz von Jugendlichen vor dem Rauchen arbeiten. Gemeinsam veranstalteten wir den Fachtag “Generation rauchfrei” am 22. Mai 2019 von 14 bis 18 Uhr im Rathaus Düsseldorf.

Beteiligung der Jugendlichen

Uns war es wichtig, dass die Jugendlichen, um die es ja eigentlich geht, dabei sind. Und so hat FRIEDENSBAND vorher mehrmals die Klasse 7a in der Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße in Düsseldorf besucht und mit den Jugendlichen ihre Beteiligung am Fachtag vorbereitet.

Darüber hinaus haben wir mit Unterstützung des Jugendamtes die Düsseldorfer Schulen angeschriebe und zu eiem Kreativworkshop in den zwei Stunden vor dem Fachtag ins Rathaus eingeladen.

Da war wirklich eine starke Beteiligung der Jugendlichen aus drei Schulklassen zu spüren.
Düsseldorfs Gesundheitsdezernent Prof. Dr. Meyer-Falcke war von so viel Engagement gegen das Rauchen begeistert. Er ehrte die Jugendlichen auf dem Fachtag mit einer Urkunde und sagte: „Wir wünschen uns Jugendliche, die dem Rauchen eine kritische Einstellung gegenüber einnehmen und in ihrer Umgebung für diese Haltung werben.“

Zigaretten-Performance

Für den Kreativworkshop haben wir 80 Papphülsen vorbereitet, die wie echte Zigaretten wirken (88 cm Länge). Das Mundstück wurde von der Designerin Eva Zimmermann richtig klassische gestaltet. Die weiße Fläche blieb frei für die Beschriftung durch die Jugendlichen mit Begriffen und Slogans über das Auswirkungen des Rauchens, gegen Tabakwerbung oder gegen die Ausnutzung von Kindern auf Tabakfeldern. Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung durch den Eine Welt Beirat der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Der WDR (Lokalzeit) drehte und sendete abends eine kurze Sequenz. Die Kosten wurden vom Eine-Welt-Beirat Düsseldorf übernommen.

siehe Broschüre des Bündnisses „Generation Rauchfrei“.

2021 Kerpen Fotowettewerb Rauchen. Spannend, was die Jugendlichen gesehen und sich dadurch bewusst damit auseinandergesetzt haben.


Kindergesundheit

Die Aktion NIKOTINKINDER brachte uns ab 2018 in aktive Gesundheitsarbeit für Kinder und Jugendliche. Unsere Erfahrungen mit Schulen und Einrichtungen sind da gefragt.

Das Düsseldorfer Bündnis Generation Rauchfrei

Das Düsseldorfer Bündnis Generation Rauchfrei hat sich im Zuge einer Veranstaltung zum WHO-Weltnichtrauchertag 2018 gegründet. Vorbild ist das niederländische „Generatie rookvrij“.

2017 beteiligen wir uns mit einem Stand an der ersten, vom Gesundheitsam Düsseldorf organisierten Veranstaltung mit einem Stand.

2019 sorgten wir für eine rege Beteiligung von Jugendlichen an der Fachveranstaltung im Düsseldorfer Rathaus.

Veranstaltung im Rathaus

Fachveranstaltung „Generation rauchfrei“ – Jugendliche mischen mit

05/2019

Bündnis “Generation rauchfrei”

Vor einem Jahr wurde in Düsseldorf das Bündnis „Generation Rauchfrei“ gegründet, in dem unter Leitung des Gesundheitsamtes Düsseldorf viele namhafte Organisationen und Institutionen gemeinsam für mehr Schutz von Jugendlichen vor dem Rauchen arbeiten. Gemeinsam veranstalteten wir den Fachtag “Generation rauchfrei” am 22. Mai 2019 von 14 bis 18 Uhr im Rathaus Düsseldorf.

Beteiligung der Jugendlichen

Uns war es wichtig, dass die Jugendlichen, um die es ja eigentlich geht, dabei sind. Und so hat FRIEDENSBAND vorher mehrmals die Klasse 7a in der Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße in Düsseldorf besucht und mit den Jugendlichen ihre Beteiligung am Fachtag vorbereitet.

Darüber hinaus haben wir mit Unterstützung des Jugendamtes die Düsseldorfer Schulen angeschriebe und zu eiem Kreativworkshop in den zwei Stunden vor dem Fachtag ins Rathaus eingeladen.

Da war wirklich eine starke Beteiligung der Jugendlichen aus drei Schulklassen zu spüren.

Düsseldorfs Gesundheitsdezernent Prof. Dr. Meyer-Falcke war von so viel Engagement gegen das Rauchen begeistert. Er ehrte die Jugendlichen auf dem Fachtag mit einer Urkunde und sagte: „Wir wünschen uns Jugendliche, die dem Rauchen eine kritische Einstellung gegenüber einnehmen und in ihrer Umgebung für diese Haltung werben.“

Zigaretten-Performance

Für den Kreativworkshop haben wir 80 Papphülsen vorbereitet, die wie echte Zigaretten wirken (88 cm Länge). Das Mundstück wurde von der Designerin Eva Zimmermann richtig klassische gestaltet. Die weiße Fläche blieb frei für die Beschriftung durch die Jugendlichen mit Begriffen und Slogans über das Auswirkungen des Rauchens, gegen Tabakwerbung oder gegen die Ausnutzung von Kindern auf Tabakfeldern. Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung durch den Eine Welt Beirat der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Der WDR (Lokalzeit) drehte und sendete abends eine kurze Sequenz. Die Kosten wurden vom Eine-Welt-Beirat Düsseldorf übernommen.

siehe Broschüre des Bündnisses „Generation Rauchfrei“.

Mitglieder:

Düsseldorfer Gesundheitskonferenz, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Apothekerkammer Nordrhein, AOK Düsseldorf, Aktion Weißes Friedensband e . V., Aufklärung gegen Tabak e. V. der Heinrich-Heine-Universität, Institut für Allgemeinmedizin an der Heinrich-Heine-Universität, Tumorzentrum der Heinrich-Heine-Universität, Florence-Nightingal-Krankenhaus, LVR-Kliniken, Pro Rauchfrei e. V., Beirat der lokalen Agenda 21 Düsseldorf, Düsseldorfer Bildungskonferenz, Düsseldorfer EG, Fortuna Düsseldorf, Deutsche Herzstiftung, Deutsche Tischtennis Rekordmeister Borussia Düsseldorf , Gesundheitsamt, Schulverwaltungsamt, Sportamt und Jugendamt Düsseldorf.

Das bundesweite Bündnistreffen „Kinder ohne Alkohol und Nikotin“

Wir sind Mitglied im bundesweiten Bündnistreffen „Kinder ohne Alkohol und Nikotin“

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Montag, 12. Juli 2010

Aktion Faire Liga
Inzwischen haben sich vier Schulen an der Aktion “WM fair” beteiligt und es zeigt sich, dass die Aktion schon Wirkung zeigt. Die angeschriebenen Ligavereine wenden sich an Adidas und fordern Auskunft über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, die die Bälle herstellen. Das sind laut Adidas Erwachsene – Kinderarbeit ist ja in Pakistan verboten.
Aber der Artikel im Spiegel vom 15.3.2010 sagt eindeutig, dass das nicht so genau genommen wird und vor allem, dass die Kinder weiterhin arbeiten müssen. Entsprechend wichtig ist es jetzt, dass möglichst viele Jugendlichen die Ligavereine anschreiben.Nach der Weltmeisterschaft wollen wir weiter machen unter dem Titel FAIRE LIGA.

Wir empfehlen den Film “BALLJUNGS – woher kommen unsere Fußbälle?” Dieser Film ist zwar schon mehr als 10 Jahre alt, stimmt aber leider immer noch. Zwei Jungs von etwa 12 Jahren müssen heimlich Fussbälle nähen und erzählen eindringlich, wie ihr Leben aussieht. Sehr ergreifend!
Artikel von Spiegel (spiegel-die-ballmacher.pdf) über die Adidas Gewinnerwartung 2010 (adidas-hofft-auf-wm.pdf) und auf die Antwort von Adidas mit den Informationen, was sie schon alles tun (2010_kinderarbeit.pdf)
Wir werden jetzt alle Schulen und Jugendlichen, die sich an der Aktion beteiligen, über die neuen Ergebnisse informieren.

Angeschrieben wurden bisher folgende Vereine:
Hannover, St. Pauli, HSV, Wolfsburg, Leverkusen, Köln, Schalke und Fortuna Düsseldorf.
Wir haben in einer Info alles zusammengestellt. aktion-faire-liga.pdf

Fußball: Aktion FAIRE LIGA

2010 mit der Aktion FAIRE LIGA waren wir in die Grundschule Egestorf in der Lüneburger Heide eingeladen über Kinderrechte zu sprechen. Für die Kinder, die unsere Fußbälle herstellen müssen, wollten sie unbedingt etwas tun.

Egestorf: Briefe an die Fußballvereine

2006 WM-Fieber: Die Aktivgruppen in Kerpen verkauften fair-gehandelte Fußbälle und wurden mit weitem Abstand „Deutscher Meister“ mit 122 Bällen. Sie wurden dafür von TransFair ausgezeichnet.

Weiterlesen zu Kerpen 2006 WM-Fieber

Demo für fair gehandelte Fußbälle Kerpen, 28.02.2006

2010 Fußball fasziniert immer wieder und die Geschichten um die arbeitenden Kinder waren gerade wieder in den Medien. In der Gotenschule in Düsseldorf konnten die Kinder mit unserem Original-Werkzeug merken, wie schwer es ist einen Ball zu nähen.

Es gab bei den beiden 4. Klassen der Grundschule Egestorf viel Mitgefühl für die arbeitenden Kinder in Pakistan. Deswegen wollten die Schüler*innen unbedingt etwas praktisches tun.

Die Kinder schrieben Briefe an ihre Lieblingsverein in der ersten Bundesliga – das waren der HSV und St. Pauli: Hier als Beispiel der an den HSV

2010 Aktion für fairen Fußball in einer Düsseldorfer Grundschule – zusammen mit dem Deutschlandfunk, der die Aktion spannend fand. Die Kinder versuchten sich im Nähen eines Fußballs, kamen aber nicht weit, weil das sehr viel Kraft erfordert.

2010 Fortuna Düsseldorf – für die Grundschule holen wir den fair gehandelten Fußball der Topstars ab. Der Erstlegist hat wirklich Puma angeschrieben und gemahnt, die Kinderrechte zu beachten.

2010 Fußball-Nähen in der Realschule Bergheim. Einige sind doch sehr hartnäckig und kommen ziemlich weit. Die Hände taten dann aber hinterher weh.

2010 Die Bergheimer Jugendlichen waren mächtig stolz,, als sie den fair gehandelten Ball mit den Unterschriften der Stars von Bayer 04 Leverkusen in der Hand hielten. Der Klub hat Adidas mitgeteilt, dass sie keine Kinderarbeit dulden.

2012 Pressekonferenz in Kerpen. Eingeladen sind die Topmanager der Fußballindustrie, doch ihre Plätze bleiben leer. So werden sie von drei Jugendlichen vertreten, die die Manager „würdig“ vertraten, so jedenfalls die Meinung der Medien.

2014 Fußballnähen in einer Düsseldorfer Gesamtschule. Die Jugendlichen hätten nicht gedacht, dass das Nähen so schwer ist. 800 Stiche für einen Ball und dafür nur 50 Cent bekommen, das ist hart.

Fußballnähen in der Hulda-Pankok-Gesamtschule

Donnerstag, 13. Februar 2014

Workshop: Einen Fußball nähen

13.02.2014 Düsseldorf – In der 5. Klasse der Hulda-Pankok-Gesamtschule waren die Kinder sehr gespannt, als wir mit einem Metallkoffer den Raum betraten. Was mag da wohl drin sein? Spontan riet ein Junge richtig: ein Fußball. Aber kein vollständiger, sondern Stücke, die zusammengenäht werden mussten. Nach einer Einführung, in der die Kinder zeigten, wie viel sie bereits über Kinderarbeit in der Fußballindustrie wussten, wurde es spannend. Sieben Kinder versuchten sich nacheinander im Fußballnähen und meinten hinterher übereinstimmend, dass sie höchstens einen Ball am Tag geschafft hätten, wenn überhaupt. Denn es war viel anstrengender, die Nadel mit dem dicken Faden durch die harten Lederteile zu drücken, als sie gedacht hatten. Ein anschaulicher Unterricht.

Weltmeisterschaft 2006

2006 Fair Play in Mönchengladbach. Die Jugendlichen der Jugendeinrichtung „Die Villa“ hatten sich mit Kinderarbeit im Fußball beschäftigt und nun großen Spaß beim Kicker.

2006 Fußball-WM – die Kerpener Schüler*innen wollten richtig loslegen und verkauften faire Fußbälle. Sie waren so gut, dass sie mit 122 Bäller deutscher „Verkaufsmeister“ von Transfair wurden.

2006 Pressekonferenz: Die Jugendlichen lernten, wie man die Medien anlockt. Die Bürgermeisterinnen von Kerpen wussten nicht, dass sie vor der Presse einen Fußball nähen mussten. CDU und SPD – Stich um Stich. Das kam an.

2007 Die Kerpener Fußball-Verkaufsmeister durften beim Freundschaftspiel Schweiz-Deutschland in der Düsseldorfer Arena. Sie wurden sogar angesagt und waren richtig stolz auf die Ehre.



Das Plakat zur Aktion „Faire Schokolade“

Das ist ein tolles Plakat, dass unsere Aktionen zu Kinderarbeit auf Kakaoplantagen begleitet hat. Ja, es ist ein Verbrechen, auch wenn es noch so süß schmeckt.

Design: Eva Zimmermann

Bestellen


2014 Die 5. Klasse der Düsseldorfer Gesamtschule hatten sich mit der Kinderarbeit auf Kakaoplantagen beschäftigt und waren begeistert, als wir mit REWE eine Verkaufsaktion starten konnten. Die Ideen der Jugendlichen begeiterten den Marktleiter und die Kund*innen.

Aktion mit der Hulda-Pankok-Gesamtschule

Dienstag, 21. Januar 2014
Workshop Schmutzige Schokolade
21.01.2014 Düsseldorf – Start der Workshops in der Hulda-Pankok-Gesamtschule Alper Saygili, der als REWE-Auszubildender die Aufgabe hat, eine Nachhaltigkeitsaktion durchzuführen. Gemeinsam mit der Praktikantin Anna Acar von FRIEDENSBAND werden sie über die unfairen Bedingungen der Kinder auf den Kakaoplantagen berichten. Der Lehrer, Gülaziz Kizilay, hatte mit den SchülerInnen schon viel über Kinderarbeit gesprochen. Nun erfuhren sie durch den Film „Schmutzige Schokolade“ von Miki Mistrati und Roberto Romano wie sehr die Schokoladen-Industrie von Kinderhandel und Kinderarbeit profitiert. (Bild aus dem Film)

Donnerstag, 23. Januar 2014
Schmutzige Schokolade Teil 2
23.01.2014 Düsseldorf – In diesem Workshop wurden die Eindrücke des Filmes „Schmutzige Schokolade“ aufgenommen und besprochen. Der Film hat viele Fragen und vor allem den Wunsch hinterlassen, etwas für diese ausgebeuteten Kinder zu tun. Deswegen wurden die ersten Überlegungen angestellt, was getan werden kann und beschlossen, die Aktion von Alper Saygili zu unterstützen.

Dienstag, 4. Februar 2014
Kinderarbeit in der Kakaoindustrie – Aktion mit REWE
04.02.2014 Düsseldorf – In der Hulda-Pankok-Gesamtschule Düsseldorf arbeitet die 5. Klasse intensiv an einer Verkaufsaktion bei REWE. Entstanden war die Idee dazu gleich von zwei Seiten: Der Auszubildende von REWE hatte den Auftrag erhalten, eine Nachhaltigkeitsaktion zu machen und FRIEDENSBAND hat ein von GlücksSpirale gefördertes Projekt zu fairer Schokolade. Daraus entsteht nun nächsten Dienstag eine richtig große Verkaufsaktion in der Filiale Himmelgeister Straße mit viel Unterstützung durch den Leiter der Filiale.

Donnerstag, 6. Februar 2014

T-Shirt für die REWE-Aktion

06.02.2014 Düsseldorf – In der 5. Klasse der Hulda-Pankok-Gesamtschule waren die Kinder heute Feuer und Flamme. Am Dienstag hatten sich sich für die Fair-Handels-Aktion in der REWE-Filiale Bilk ein T-Shirt gewünscht – heute durften sie es entwickeln. Was ist wichtig, was soll auf das T-Shirt? Außerdem legten sie fest, wer an den Verkaufsstand und wer die Kunden draußen anspricht.

2013 Fotosession mit viel Schokolade. Wir hatten alles, was schön aussieht gekauft, drapiert, fotografiert. War süß und hat Spaß gemacht. Heraus kam eine Broschüre, die binnen kürzester Zeit vergriffen war.


2012 Mit einer Klasse der Hulda-Pankok-Schule behandelten wir das Thema sexuelle Gewalt. Im Zusammenhang mit der Gewalt, den die Mädchen in der Textilindustrie erleiden, entstand ein T-Shirt.

2012 Mit einer Siebdruckaktion und den selbstentworfenen T-Shirt-Designs konnten die Kerpener Jugendlichen gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen protestieren.

Die Kerpener Aktion

Die Jugendlichen einigten sich auf den Aufdruck: BE FAIR – BUY FAIR


2000 konnte die fair gehandelte Kaffeemarke „Die Rheinische Affaire“ starten. In fast allen Städten entlang des Rheins wird der Kaffee als Städtekaffee getrunken. Wir konnten in den ersten Jahren die Webseite organisieren.


Wir hatten uns so intensiv mit dem Fairen Handel beschäftigt, dass wir zur Bundestagswahl 2005 Politik und faires Handeln zusammenbringen wollten. Das ist im Konzept Faires Wahlcafé.

Aktion Faires Wahlcafé

Jugendliche gestalten einen politischen Dialog und verführen Erwachsene zum Wählen

… mit fair gehandelten Kaffee und selbst gebackenem Kuchen…

… Tipps und Wünsche an die Wählenden inbegriffen.

Plakat im Online-Shop bestellen


Projekt „Faires Wahlcafé“ 2017

Faires Wahlcafé 2017 – Leitfaden und Arbeitsblätter

Der Leitfaden

zum Projekt „Faires Wahlcafé“ 2017

als PDF

Konzept für Faire Landtags-Wahlen in NRW

Arbeitsblatt 1 – Politische Freiheit

Arbeitsblatt 2 – Wählen oder nicht

Arbeitsblatt 2a – Fake News Irrenhaus

Arbeitsblatt 3a – Wahlfreiheit Nikotinkinder

Arbeitsblatt 3b – Wahlfreiheit Steinbruch

Arbeitsblatt 3c – Wahlfreiheit Sklaverei

Arbeitsblatt 4 – Gefährliche Wahlen

Arbeitsblatt 4a – Pakistan

Arbeitsblatt 4b – Mali

Arbeitsblatt 4c – Somalia

Arbeitsblatt 4d – Iran

Arbeitsblatt 5a – Brexit 1

Arbeitsblatt 5b – Brexit 2

Arbeitsblatt 7 – Wahlverhalten in NRW

Arbeitsblatt 8 – Meinungsumfrage


Projekt „Café Europa“

Deutsch-französisches Schulprojekt mit Wettbewerb zum Thema europäische Zusammenarbeit.

Aktion FAIRES WAHLCAFÉ

2014 Europawahl – deutsch-französisches Schulprojekt mit Wettbewerb zum Thema europäische Zusammenarbeit.

09.09.2013 – Eva Zimmermann hat ein interessantes Plakat für das Projekt FAIRES WAHLCAFÉ gestaltet. Das Smiley auf etwas unruhigem Untergrund hat den Mund verklebt. Mit der Frage „Stimme verloren?“ wird etwas ironisch den Erwachsenen gezeigt, dass sie eine Stimme haben und nicht nutzen. Ähnlich könnte gesehen werden, wenn Menschen die Möglichkeit haben, laut zu werden gegen ein Unrecht, sie aber verzagt in der Ecke sitzen und nichts tun. Die Jugendlichen im Projekt FAIRES WAHLCAFÉ jeden wollen den Erwachsenen helfen, ihre Stimme wiederzufinden. Und alle, die ihre Stimme gefunden und abgegeben haben, erhalten im FAIREN WAHLCAFÉ eine Belohnung.

Das Wahlcafé zur Europawahl kann starten

Dienstag, 18. Februar 2014 Düsseldorf – Das deutsch-französische Schulprojekt CAFÉ EUROPA kann starten. Angelehnt an das erfolgreiche Projekt das FAIRE WAHLCAFÉ zur Bundestagswahl rufen wir die Schulen in NRW mit französischen Partnerschulen zum Mitmachen auf. Gefördert wird das Projekt durch die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen. In den nächsten Tagen wird die Webseite www.vote14.eu online sein. Das Plakat hat Eva Zimmermann gestaltet.

Das Plakat zur Europawahl

Das Plakat zur Europawahl 2014

Es war etwas besonderes deutsch-französisches Projekt mit vielen wunderschönen Momenten.

Design: Eva Zimmermann

Sonntag, 25. Mai 2014 Wahlsonntag

Sonntag, 25. Mai 2014 Wahlsonntag. Diese Europawahl hat viele Jugendlichen nicht kalt gelassen. Sie haben sich im Ideenwettbewerb Gedanken gemacht über die nicht wählenden Erwachsenen, über ein unattraktives Europa und haben nach Lösungen gesucht. Spannend wird es sein, wenn in einer Expertenrunde im Landtag von Nprdrhein-Westfalen die Ideen der Kaarster und Kerpener RealschülerInnen geprüft werden. Können sie etwas bewergen? Danke an alle die mitgemacht haben.

In Essen hat die Gesamtschule Borbeck wieder zum Wahlcafé eingeladen. Wieder, weil diese Schule seit 2005 die Wahlprojekte mitgemacht hat. Vor der Schule trafen sich die Menschen der Umgebung – gingen erst wählen, dann Kuchen essen – mit einer Tasse fair gehandelten Kaffee. Die Schüler waren begeistert, der Politiklehrer mindestens ebenso. Das schafft bei den Jugendlichen ein anderes Politikverständnis. Die werden mal wählen gehen.

Insgesamt positiv sehen auch wir dieses Projekt. Mit dem Ideenwettbewerb konnten wir eventuell ein Zukunftsprojekt anstoßen: Politik in der Schule. Das könnte spannend werden. Vor der Wahl hatte es ein Treffen der SchülerInnen mit den Landtagsabgeordneten gegeben. Das wird nun fortgesetzt und am 3.7. werden wir sehen, ob aus der Idee der Jugendlichen wiederum ein Pilotprojekt werden könnte. Spannend ist es in jedem Fall und zur nächsten Wahl werden wir wieder zum Wahlcafé aufrufen.


Projekt „Faires Wahlcafé“ 2013

Bundestagswahl

Faires Wahlcafé 2013

Reges Treiben in den Wahlcafés. In Essen ist das schon Tradition. Bürger*innen verabreden sich zum Kaffee und gehen dann wählen. Die Jugendlichen nutzen es, um ihre Wünsche loszuwerden.

Freitag, 30. August 2013 – Dass Schulen sich dafür interessieren, das Faire Wahlcafé zu machen, kennen wir aus den Projekten, die wir seit 2005 durchführen. Diesmal haben wir aber erstmals Kirchengemeinden angesprochen – mit Erfolg. Wir finden es spannend, dass Jugendliche beim Gottesdienst am 22. September zum Wählen aufrufen und in ihre Wahlcafé einladen!

28.5.2013 – Heute erhielten wir vom Landesjugendamt den Bescheid, dass unser Antrag „Faires Wahlcafé“ genehmigt wurde. Ab sofort können sich Einrichtungen und Jugendliche bei uns melden, wenn sie diese spannende Aktion  durchführen wollen. Seit 2005 haben wir bei mehreren Bundes- und Landtagswahlen den Jugendlichen die Möglichkeit geboten, die Erwachsenen zum Wählen zu bringen. Das haben sie dann auch fleißig getan – wir hoffen mit gutem Erfolg. Zur Bundestagswahl bieten wir zahlreiche Informationen und Tipps, wie das Thema Wählen genutzt werden kann, politisch interessiert zu werden. Das richtet sich zunächst einmal an die Jugendlichen, die sich mit den Wahlen dieses Jahres beschäftigen, in denen das Wählen gefährlich war oder ist. Sie finden heraus, warum die Erwachsenen wählen müssen wenn es um ihre Zukunft, die der Nochnichtwähler, geht. Mit Flyern, Plakaten und Demonstratioenn und schließlich dem Wahlcafé locken sie in ihrem Wahlbezirk die Erwachsenen zur Urne, was sie mit einer Tasse fairem Kaffee belohnen.

Düsseldorf – Anne-Frank-Realschule

21.9.2013 Düsseldorf – In der Anne-Frank-Realschule in Düsseldorf hat die Klasse 9 die Initiative für das Wahlcafé übernommen. „Manche Erwachsene, die nicht wählen gehen… also ich will mal sagen, die sind faul. Die sagen ‚Warum soll ich wählen gehen!‘ Denen will ich sagen: ‚Ja warum nicht. Es ist Sonntag, du kannst doch nichts verlieren! Geh doch hin!‘ Das war‘s eigentlich.“ Eindeutiger als Julian kann man es eigentlich nicht auf den Punkt bringen. Er hat aber auch festgestellt, dass manche Erwachsene Schwierigkeiten haben, den richtigen Raum zu finden. Da solle mehr für getan werden, dass die Wahllokale besser ausgeschildert sind. 

Harold findet „Wenn jemand, der für die Umwelt stimmen würde, zu Hause herumsitzt und keine Lust hat aufzustehen – das finde ich einfach blöd. Es sind doch nur ein paar Minuten bis zum nächsten Wahllokal und dann nur zwei, drei Minuten, um den Wahlzettel abzugeben. Dann kann man immer noch tun, was man will.“

Beide haben übrigens auch eine eigene Meinung, die ihnen, wenn sie jetzt schon wählen dürften, eine Entscheidung für eine Partei erleichtern würde: Julian findet, es müsste gerechter zugehen und ist daher für die Reichensteuer und Harold meint, man sollte viel mehr für unsere Umwelt tun!

Die Lehrerin Andrea Meissner ist von dem Engagement ihrer SchülerInnen begeistert. Immerhin schlagen die sich den Sonntag um die Ohren, um die Erwachsenen zum Wählen zu locken. Und sie hat viele positive Rückmeldungen von den WählerInnen bekommen. Das sei eine gute Idee und bringe sicherlich so manchen Erwachsenen zur Wahlurne.

Essen – Gesamtschule Essen-Borbeck

22.9.2013 Essen – Lange, bevor wir die Gesamtschule Essen-Borbeck sehen

wir schon die Plakate „Stimme verloren? Jugendliche helfen suchen“ mit dem Hinweis auf das Wahlcafé. Vor dem Schultor debattieren WählerInnen, ob sie erst einen Kaffee trinken oder erst wählen gehen. Eine heitere Stimmung liegt in der Antwort „Erst die Pflicht, dann die Kür!“

Diese Stimmung finden wir auch im Schülercafé. Das ist das Herz des Wahlcafés und dort ist reger Betrieb. In der Miniküche arbeiten Jugendliche intensiv daran, die vielen Wünsche der in langer Schlange stehenden WählerInnen zu erfüllen. „Welcher Kuchen darf es denn sein?“ – „Möchten Sie gern eine Waffel? Mit Sahne oder mit Puderzucker?“ Die Auswahl ist beachtlich. Und natürlich ein Kaffee dazu. Wer möchte bekommt auch Tee.

Lehrer Reiner Gerrads machte gerade noch Werbung für das Wahlcafé auf der Straße und sitzt jetzt entspannt bei einem Kaffee und stellt fest: „In diesem Stadtteil haben wir eine sinkende Wahlbeteiligung und da ist es echt wichtig, dass wir ein Zeichen setzen, dass die Leute mitkriegen, dass es nicht egal ist, ob man wählen geht oder nicht.“ Das jetzt die Jugendlichen die Vorbilder sind für die Erwachsenen, weil sie zum Wählen auffordern und diese positive Stimmung erzeugten, sei besonders wichtig. 

Das findet auch Sven: „Ich finde, dass das Wahlcafé eine gute Idee ist. Die Wähler denken: ‚Ach ich gehe mal wählen und trinke mir noch einen Kaffee dabei! Da macht das Wählen doch gleich viel mehr Spaß.‘“ Und das würde ihnen auch von den Leuten genauso gesagt. Sina pflichtet bei: „Die haben sich echt gefreut, dass sie hier mehr Zeit verbringen konnten. Das war nicht dieses Übliche „mal eben Kreuzchen machen“ und sofort weg!“

Es sind richtige Familien- und Nachbarschaftsrunden, die da auf dem Schulhof entstehen. Aber bei Reiner Gerrads kommt auch der Politikschullehrer durch: „Also ich unterstütze die Aktion aus mehreren Gründen: Einmal weil ich glaube, dass die Schüler hier sehen, dass sie demokratisch tätig werden, dass sie etwas verändern können, dass sie etwas bewirken können, dass sie mit einer Botschaft nach draußen treten können und Leute ansprechen können, dass finde ich ganz toll. Sie haben das Gefühl, sich für Demokratie einzusetzen.“Und noch ein Aspekt ist ihm wichtig: „Aber auch für unsere Schule ist das eine ganz wichtige Außenwirkung – sich hier am Wahltag zu präsentieren und dass bei uns die Demokratie lebendig gelebt wird.“ Deswegen: Bei der Europawahl im Mai nächsten Jahres ist er mit seiner Schule wieder dabei!

Alle haben sich darüber gefreut, dass es fair gehandelten Kaffee – gespendet von GEPA gab.

Leverkusen – Lise-Meitner-Gymnasium

September 2013 Leverkusen – Im Lise-Meitner-Gymnasium in Leverkusen beteiligte sich die Klasse 7 am Projekt FAIRES WAHLCAFÉ. Die 12jährigen beschäftigten sich fächerübergreifend mit Aspekten des Wählens und machten eine Meinungsumfrage in der Stadt.

Viel Aufsehen konnten die Schülerinnen und Schüler mit ihrem im wahrsten Sinne handgefertigten Flyer erreichen. Der wurde ganz sicher gelesen und hat viele Erwachsenen angesprochen. Außerdem hatten die Jugendlichen sehr viel Spaß bei der Erstellung.

Ein besonderes Ergebnis brachten Lea, Celina und Albburona von ihrer Meinungsumfrage mit. In den Luminaden, dem großen Einkaufszentrum Leverkusens, fragten sie einen Herrn ob er wählen geht. Er entpuppte sich als Bundestagspräsident Norbert Lammert, immerhin nach dem Bundespräsidenten der zweithöchste Staatsvertreter Deutschlands. In amüsant-feiner Weiser erklärte er den Schülerinnen seine Arbeit. Als Erinnerung gab es eine Autogrammkarte von Norbert Lammert. Die Journalisten hatten ihre Freude an der Szene und so landeten die drei im Artikel der Rheinischen Post (12.9.13).

Das Wahlcafé konnten die SchülerInnen leider nicht organisieren, weil dies aus schultechnischen Gründen nicht möglich war.


Projekt „Faires Wahlcafé

Landtagswahl NRW
Bundestagswahl

Landtagswahl NRW – Gesamtschule Essen-Borbeck

Zur Landtagswahl NRW 2005 organisierten die SchülerInnen der Gesamtschule Borbeck, Klasse 9c, das Faire Wahlcafé an ihrer Schule. Mit ihrem Politiklehrer Reiner Gerrards hatten sie schon Wochen vorher im Unterricht mit dem Thema Wahl begonnen. Sie überlegten, mit welchen Mitteln sie die Erwachsenen zum Wählen locken können. Ihr Lehrer war begeistert. Noch nie hatten sich seine SchülerInnen so für eine Bundestagswahl interessiert.

Intensiv beschäftigten sie sich mit dem eigenen Flyer, der die Erwachsenen aufrütteln sollte. Die verteilten sie im ganzen Wahlbezirk.

Etwas ganz besonderes hatten sich die Jugendlichen Essen einfallen lassen: Mit einer Demonstration in ihrem Wahlbezirk zogen sie die Aufmerksamkeit aller Erwachsenen auf sich. Mit dem gesungenen Slogan „Wir wollen euch wählen sehen, wir wollen euch wählen sehen!“ zeigten sie den verblüfften Passanten ihre Transparente.

Neben dem Wahllokal an ihrer Schule hatten sie ein richtiges Wahlcafé errichtet. Unter großen Schirmen setzten sich die erstaunten WählerInnen in die bequemen Stühle und ließen sich belohnen. Es gab natürlich fair gehandelten Kaffee, aber auch selbstgebackten Kuchen.

Plakat zum Fairen Wahlcafé

Mit diesem Plakat warben wir für das Wahlcafé – allerdings waren dann mehr Logos von Organisationen darunter: Plan International, EED und UNICEF unterstützten das Projekt intensiv.

Wahlcafé 2013 – Arbeitsblätter

Arbeitsblatt 1 – Begleitung zu einem YouTube-Video

Arbeitsblatt 2 – Wählen oder nicht? Zwei Meinungen

Arbeitsblatt 2a – Wählen im Iran

Arbeitsblatt 3 – Politische Freiheit

Arbeitsblatt 4 – Wahlfreiheit im Steinbruch

Arbeitsblatt 5 – Wahlfreiheit Sklaverei

Arbeitsblatt 6 – Mail

Arbeitsblatt 7 – Wahlverhalten in Deutschland

Arbeitsblatt 8 – Meinungsumfrage

Essen – Gesamtschule Essen-Borbeck

Gemeinsam mit gepa, Plan International, EED und UNICEF forderten wir die Schülerinnen
und Schüler auf, in ihrer Schule neben den Wahllokalen ein Faires Wahlcafé einzurichten:
Erwachsene, die zur Wahl gingen, wurden mit einer Tasse fair gehandelten Kaffee belohnt.

Essen-Borbeck. Die Gesamtschule macht das Faire Wahlcafé seit 2005 regelmäßig zu jeder Wahl. Die Wähler*innen haben sich darauf eingerichtet.


In Essen hatten Schülerinnen und Schüler eigene Flyer in die Briefkästen ihres Bezirks gesteckt. Für die Bundestagswahl boten wir diese Aktion bundesweit an – diesmal unterstützt von gepa, TransFair, El Puente, DGB
Bildungswerk, Plan International und Weltladendachverband.

Die Zukunft gehört den Kindern


Gesetze in die Schule

März 22014: Eine Idee entsteht

Donnerstag, 12. März 2015

In einem Workshop beschrieben wir die aktuelle Situation: Wie entsteht ein Gesetz, wer bestimmt, was drin steht, wer steht außen vor? Die Reaktion der Jugendlichen war spannend:

Aktivgruppe PEACEMAKERS setzt sich für mehr Partizipation in der Politik ein

Die Jugendlichen sind sich einig: Politik ist langweilig, wenn man nur davon in Büchern liest. Ansprechend wird es erst dann, wenn man aktiv daran beteiligt ist. Aus Erfahrung sprechen die Neuntklässler, da sie bereits seit der fünften Klasse, ihr politisches und soziales Engagement immer wieder neu unter Beweis stellen. Jetzt wollen sie nicht nur die Menschen auf bestimmte Missstände aufmerksam machen, sondern aktiv an politischen Prozessen beteiligt sein. Landtagabgeordnete und kommunale Politiker  in NRW sollen ihre Stimme berücksichtigen, wenn es um Entscheidungen geht, die sowohl das Gemeinwohl, als auch das eigene Wohl betreffen. Aus diesem Grund beschäftigen sich die Kerpener Schüler in nächster Zeit mit Gesetzesvorhaben, die auch ihr gemeinschaftliches Miteinander betreffen. Die Aktivgruppe PEACEMAKERS hat beim Besuch der Landtagspräsidentin in ihrer Realschule in Kerpen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit ihrer Idee, Politik greifbarer und realer zu gestalten, konnten sie Frau Gödecke überzeugen, die Schirmherrschaft für ihr Projekt zu übernehmen.
FRIEDENSBAND wird gemeinsam mit der Aktivgruppe das Pilotprojekt ausgestalten, damit zukünftig weitere Projekte an anderen Schulen durchgeführt werden können.

„Wir müssen jetzt die Details regeln. Fraglich ist, wie wir die Landtagsabgeordneten für das Projekt gewinnen können. Die haben ja viel zu tun“, sagte Gödecke. Zweckmäßig wäre es deshalb, erstmal die Landtagsabgeordneten aus dem Kreis am Projekt zu beteiligen. Sie sollen jetzt im Landtag mit den Schülern zusammentreffen und die Modalitäten regeln. Klar ist auch, dass sich nicht alle, der oft äußert komplizierten und abstrakten Gesetzesvorhaben für das Internet-Portal eignen. Sie sollen nach Möglichkeit etwas mit der Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen zu tun haben.

Die Aktivgruppe PEACEMAKERS freut sich auf die EInladung ins Kerpener Rathaus sowie in den Landtag in Düsseldorf, um ihre Ideen nochmals vor Politikern vorzustellen.

Juli 2014: Ein erstes Gespräch im Landtag

Mittwoch, 2. Juli 2014

Vorbereitung auf den Landtag

Kerpen – Realschule Klasse 8c – Die Jugendlichen sind Feuer und Flamme. Morgen wollen sie den Landespolitikern ihre Ideen für mehr Partizipation vorstellen. Sie, die Jugendlichen wollen intensiver an politischen Prozessen beteiligt werden. Sie wollen mitsprechen können in aktuellen politischen Prozessen und ernst genommen werden. Wie sonst werden sie in Zukunft wählen gehen? Gern würden sie in einem Pilotprojekt das Interesse der Jugendlichen beweisen.
Um die verschiedenen politischen Ebenen deutlich zu machen, haben wir die Ligen von der Kreis- bis zur Bundesliga mit unterschiedlich großen Bällen dargestellt. Das kam an.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Politik in Aktion – ein neues Pilotprojekt entsteht

Düsseldorf – Landtag NRW – Im zweiten Gespräch im Rahmen des Ideenwettbewerbs zum Schulprojekt Café Europa konnten die SchülerInnen der Realschulklasse 8c ihre Ideen vorstellen. Das Schulministerium war mit Norbert Reichel und Hildegard Banneyer hochrangig vertreten. Die drei Landtagsabgeordneten Holger Ellerbrock (FDP),  Stefan Engstfeld und Matthi Bolte (beide Grüne) vertraten die Politik. Und das könnte die Geburt eines neuen Projektes gewesen sein: Die Jugendlichen wollten, dass ihr Politikunterricht dadurch interessanter wird, dass tatsächliche aktuelle Gesetzesvorhaben ihnen zugänglich gemacht wird. Sie würden dann ihre Meinung dazu den PolitikerInnen mitteilen. Eine Webseite mit Foren könnte das möglich machen. Nun wird es Gespräche geben und ein Konzept entstehen.

April 2015: Landtag NRW

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Die Jugendlichen hatten ein klaren Plan

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2005, 2006 und 2007

Solidarität mit Entführten

Solidarität mit Susanne Osthoff

Als Journalisten beobachteten wir die Berichterstattung um Susanne Osthoff mit Sorge. Es gibt kein Land auf der Welt, wo eine Entführte jemals während ihrer Gefangenschaft in Frage gestellt wurde. Sehr früh sorgte eine negativ gestimmte Presse dafür, dass keine Solidarität mit der Entführten aufkam.

2005 Susanne Osthoff wurde entführt und niemand solidarisierte sich mit ihr. Unzählige Jugendliche setzten sich in unserer bundesweiten Aktion für sie ein. Starker Partner die Leipziger Nikolaikirche.

Als mehrere Wochen nach der Entführung von Susanne Osthoff immer noch keine öffentliche Anteilnahme für die Entführte spürbar wurde, organisierte Aktion Weißes Friedensband zusammen mit Action Medeor eine bundesweite Aktion. Wir wurden unterstützt von CARE International und B.I.C.C.. Mit einem gemeinsamen Aufruf, einem Aktivbrief und einer Unterschriftenliste wandten wir sich vor allem an die Jugendlichen. Es gab eine große Welle der Solidarität von Schülerinnen und Schülern, aber auch von Firmen, Behörden, Medien für die Entführte.

Die Schüler der Realschule reagierten prompt und sehr kurzfristig: Im außerschulischen Bereich in ihrer Umgebung und in den Pausen sammelten sie innerhalb von einer Woche mehr als 1.400 Unterschriften.

Die Aktion vor dem Kölner Dom war sehr wichtig für die Jugendlichen.

Solidarität mit dem entführten Rudolf Blechschmidt

2007 Rudolf Blechschmidt wurde entführt und seine Familie nahm sofort Kontakt mit uns auf. Gern halfen wir mit unserem Wissen und Kontakten, sodass wieder eine gute Soldaritätsaktion entstand. Wir koordinierten auch nach seiner Freilassung die Medienarbeit.

Solidarität mit den entführten Leipziger Ingenieuren

2006 Solidarität mit den beiden entführten Leipziger Ingenieuren. Wir konnten mit den Erfahrungen eine bundesweite Solidaritätsaktion auf die Beine stellen – gestützt vor allem von Jugendlichen. Starke Partner die Leipziger Nikolaikirche und die Düsseldorfer Johanneskirche.

2002 Ein heikler Termin: Der deutsche Außenminister am Tag vor 9/11 auf Wahltour in der Tonhalle Düsseldorf, die mit 16 Notausgängen schwer zu bewachen ist. Günter Haverkamp entwickelte ein deseskalierendes Konzept und koordinierte die Veranstaltung.

1984 begann die Zusammenarbeit mit dem WIR e.V. und über den Fernschreiber der Spedition konnten die Presseerklärungen von Heinrich Böll, Günter Grass und Klaus Bednarz an die Medien verteilt werden.

1982 Arbeitsgruppe Asyl/Ausländer der Grünen zur Gründung einer Stiftung. Wurde 1983 beendet, weil die Grünen die anderen politischen Parteien vor dem Bundesverfassungsgericht verklagten. Aber die Inhalte waren für meine Arbeit wichtig.

Expert*innen in die Schule

Wir sprechen die besten Köpfe an, ihr Wissen den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung zu stellen. In Online-Seminaren sollen sie das Gefühl bekommen, dass sie ernst genommen werden.

Die bisherigen Aktionen und Seminare

2024 Migration / Tunesien – Mirco Keilberth, taz, ZDF

Aus Tunis virtuell in der Klasse. Den Schüler*innen des Leo-Statz-Berufskollegs machte die Live-Schaltung mit Auslandskorrespondent Mirco Keilberth einen großen Eindruck. Wichtig war ihnen, dass ihre Fragen kompetent beantwortet werden.

Aktion für den Arzt Ibrahim Foufana

In der ZDF-Dokumentation von Mirco Keilberth lernten wir den Dr. Foufana kennen, der mit bescheidenen Mitteln das Elend der Flüchtlinge in Tunis lindert. Jugendliche können für Medikamente sammeln und erfahren direkt, dass ihre Hilfe angekommen ist. Mehr

2025 Rojava / Syrien – Dr. Robert Krieg, Autor

Workshop für eine Realschulklasse in Sachsen-Anhalt mit Filmausschnitten über die autonome Frauenbewegung in Syrien, die aktuell bedroht ist. Mehr

2025 Trump verstehen – Dr. Claus Hecking, SPIEGEL

Dr. Hecking, Spiegel-Auslandskorrespondent USA, half 4 Englischklassen, Trump zu verstehen. Die Jugendlichen waren fasziniert. Mehr

2025 Ferienbeschneidung / Jawahir Cumar

Jawahir Cumar und Günter Haverrkamp informierten darüber, dass in den Ferien Mädchen besonders gefährdet sind, beschnitten zu werden. Mehr

2004 Lehrkräften erhielten täglich einen Bericht der Tagesschau, aufbereitet für den Unterricht mit Quellen aus verschiedenen Ländern und mit Aktionsmöglichkeiten.


Vorbild Niederlande

Wir blicken dabei immer wieder zu unseren Nachbarn hinüber, die in allen Städten Kinderbürgermeister*innen und Kinderräte installiert haben. Der Rat der Kinder ist auch in der Regierung, in Krankenhäusern und Firmen gefragt.


2008 – Der Erwachsenenbericht
Jugendliche untersuchen die Handlungen der Erwachsenen, prüfen die Risiken ihrer Entscheidungen und beurteilen sie.

Der Erwachsenenbericht

Die Bundesregierung, Shell und Andere interessieren sich seit jeher für das Verhalten der Jugendlichen. Sie nehmen junge Menschen unter die Lupe, um daraus Schlüsse für Gesellschaft, Wirtschaft, Medien und Politik ziehen zu können.

Das große Ungleichgewicht in unserer Gesellschaft wird aber nicht von Jugendlichen verursacht, sondern von Erwachsenen. Wer also untersucht die Erwachsenen, die für die Kriege, Klimakatastrophen, für Armut und Gewalt verantwortlich sind? Sie untersuchen sich selbst! Niemand wird das für eine vernünftige Vorgehensweise halten.

Wenn Jugendliche zu Recht beklagen, dass die Erwachsenen ihnen eine Welt hinterlassen, in der sie selbst ganz sicher nicht leben wollen, dann scheint es notwendig zu sein, dass sie ihr Recht auf Partizipation einlösen können.

Inhalt:

Im Erwachsenenbericht wird die Situation umgekehrt. Die Jugendlichen untersuchen das Verhalten und Handeln der Erwachsenen und bewerten es. Dabei könnte sich ein für beide Seiten fruchtbarer Prozess entwickeln.
Die Jugendlichen können Einfluss auf Politik und Gesellschaft nehmen und umgekehrt wird die Arbeit am Erwachsenenbericht den Jugendlichen ganz sicher neue Denkweisen für ihr eigenes Leben eröffnen.

Zielgruppe:

Im Pilotprojekt möchten wir eine Schuleklasse aus Sek I oder Sek II finden, die das Pilotprojekt durchführt. Wir sprechen dabei die Lehrer*innen und Schulleiter*innen an.

Mehtode:

Die Jugendlichen bekommen die Aufgabe, sich eigenständig eine Vorgehensweise zu erarbeiten, mit eigenen Fragen und Formen, mit denen sie die Erwachsenen untersuchen wollen. Wir unterstützen das mit Expert*innen zu den Themen, die sich die Jugendlichen gewählt haben. Es entsteht so ein Erwachsenenbericht, mit wir auf Landes- oder Bundesebene für ein großes Projekt werben wollen. Die Jugendlichen werden Gelegenheit haben, kommunalen Politiker*innen ihre Ergebnisse zu präsentieren und entsprechende Kinderrechte einzufordern. Aufgrund der vielen vorangegangenen Projekte sind wir in der Lage, diesen Prozess anzuleiten.

Der Erwachsenenbericht hatte keine Chance

Wir haben mit einem umfangreichen Konzept 2008, 2012 und 2018 versucht, Unterstützung für den Erwachsenenbericht zu finden. Weder die finanzielle, noch die ideelle Förderung für die Idee konnten wir finden. Schade.


Gesetze in die Schule

2014 Projekt „Gesetze in die Schule“ – Kerpener Schüler*innen entwickeln eigene Vorstellungen zum Integrationsstärkungsgesetz des Landes NRW und tragen sie den Abgeordneten im Landtag vor.


2010 – 2011 – Atomkraft – ja / nein / ja / nein?
Mit Jugendlichen untersuchten wir das merkwürdige Handeln der Erwachsenen. Ist Atomkraft vernünftig?

Weiterlesen

2010 Atomkraft: Mit einer Gymnasialklasse vermittelten wir in 8 Workshops das Wissen. Die Botschaften der Jugendlichen gingen in Überraschungseiern an die Bundeskanzlerin .

2011 Mit dem Projekt RESTRISIKO reagierten wir auf die unfassbare Naivität der Politik, die Atomkraft ohne Berücksichtigung des Restrisikos in Gang gesetzt zu haben.

Restrisiko

Wir gaben den Schüler*innen in fünf Realschulklassen die knapp formulierte Anweisung, jeweils fünf Arbeitsgruppen zu bilden. Jede Arbeitsgruppe suchte sich ein bundespolitisches Thema und erstellte eine Ist-Analyse. Daraus sollten sie eine steile These formulieren, die sie im nächsten Schritt überprüfen sollten. Am Ende waren spannende Portfolios mit einer sehr souveränen Abschlussmeinung mit Lösungsansätzen entstanden, die Lehrer:innen und auch die Landeszentrale für politische Bildung NRW erstaunten, die das Projekt zur Hälfte finanziert hatte. 

Restrisiko – Beginn des Pilotprojektes

8.11.2011 Zunächst konnten die Jugendlichen nicht viel mit dem Wort anfangen. Aber die Überleitung gelang durch die in den ersten 10 Minuten besprochene Situation der Kinder in Pakistan. Was ist das Risiko, wenn Kinder arbeiten müssen, wie ist ihre Zukunft? Dann war der Weg frei für die eigene Zukunft und die Risiken, die auf sie in Zukunft zukommen könnten durch falsche Weichenstellungen von Politik und Gesellschaft. Das Thema Atomausstieg hatten sie jedenfalls gut in Erinnerung, auch wie sich die Politik plötzlich änderte. Nächste Woche geht es weiter. (Günter Haverkamp)

Restrisiko – Start in Bergheim

11.11.2011 Ein guter Tag, um von Risiken zu sprechen. In der Albert-Einstein-Realschule Bergheim ist es erst die Klasse 9b, die sich in den nächsten Wochen mit dem Thema Restrisiko beschäftigt. In der ersten Runde geht es um Risiken. Da sich die Klasse zuvor mit den Gefahren im Internet beschäftigt hat, kommt dieser Begriff als erstes. Dann folgt Sicherheit auf der Straße, Drogen, Radfahren… Dann werden Arbeitsgruppen gebildet und die Papierbahnen zurechtgeschnitten. Mit den dicken Filzstiften schreiben die SchülerInnen nun die Risikoformen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene auf. Sie beginnen, die ihnen nahestehenden Risiken auf die höhere Ebene zu stellen und schreiben diese Begriffe auf ihre Meinungswand – mit roten Filzschreibern. Im nächsten Schritt wählte jede Arbeitsgruppe ihr Thema, mit denen sie sich in der nächsten Stunde beschäftigen wollen. Sie wählten: Öffentliche Sicherheit, Drogenpolitik, Verschuldung, Gesundheitspolitik, Bildungspolitik. Sie werden im Internet recherchieren und dann die Restrisiken herausstellen, die von den Erwachsenen in ihrem Thema eingehen. (Günter Haverkamp)

Restrisiko-Projekt – Workshop in Kerpen

22.11.2011 – Die Jugendlichen der Klasse 6a/d der Kerpener Realschule waren begeistert von der Möglichkeit, die Risiken zu nennen und zu bewerten, die die Erwachsenen eingehen. Sie nannten viele verschiedene Situationen, die gefährlich sind und teils hohe Risiken mit sich bringen. Sie beschäftigten sich aber vor allem mit dem Klimawandel und den Ursachen. Es war spannend, wie sie das Auto bewerteten. Sie fanden, dass es doch möglich sein müsste, sparsamer mit dem Auto umzugehen. Aber auch die Wälder zu schützen und neue anzupflanzen um etwas für die Klimazukunft zu tun. Zwei übernahmen die Aufgabe, bis zum nächsten Mal die Klimasünder und die Verteilung ihrer Beteiligung zu recherchieren. Wir hatten da mal drei genannt, das Auto, die Kraftwerke und die Kühe. Alle haben für das nächste Mal die Aufgabe, Nachrichten zu hören oder zu sehen und sich dabei Notizen zu machen: Restrisiken in der täglichen Politik. (Günter Haverkamp)

Restrisiko – im Gleichgewicht bleiben

29.11.2011 – Workshop in der 6a/d in der Realschule Kerpen. Gleich zu Beginn sagte ein Schüler den Kernsatz: Wichtig ist, seine Umwelt im Gleichgewicht zu halten. Darauf bauten wir dann auf. Die Schüler arbeiten zu zweit an den Bildern der Broschüre. Was ist auf den Bildern zu sehen, was sagen die Statements darunter aus, was ist der Hintergrund. Die Schüler konnten zwar einige Begriffe nicht zuordnen, waren aber gut informiert über die aktuelle Diskussion um Atomkraft und Endlager. (Günter Haverkamp)

Restrisiko oder: wie werden wir verführt?

6.12.2011 Die Jugendlichen stellten vor, was sie inzwischen gemacht haben: Symbole, wie in vielen tausend Generationen aufmerksam gemacht werden könnte auf ein Endlager und eine Geschichte. Eigentlich sind es zwei Geschichten, einmal eine negative, die Menschen zerstören die Erde und eine positive, die Menschen haben es begriffen und leben im Einklang mit der Welt. Nun ging es im Workshop um die Verführung. Wie ist es möglich, dass wir Menschen uns so leicht etwas andrehen lassen? Über die Grundbedürfnisse arbeiteten wir uns vor zu Möglichkeiten des Handelns. Denn waren wir uns einig darin, dass es durchaus angenehm war, dass der Strom unbegrenzt 50 Jahre lang aus der Steckdose kam, können wir nicht mehr damit rechnen, dass wir so unbekümmert weiter machen können. Die Jugendlichen nahmen die Aufgabe mit, zu Hause nach Stromfressern zu suchen und die Eltern zu fragen, bei wem sie den Strom beziehen und welchen Tarif sie haben. (Günter Haverkamp)

Restrisiko – Klasse 9a Realschule Bergheim

11-12-10 Die Jugendlichen hatten sich zu Hause nach den Tarifen erkundigt. Da war allerdings bei der Mehrheit der SchülerInnen eine Sonderstellung zu bemerken: die Eltern arbeiten bei RWE und haben daher Sondertarife. Aber einzelne hatten doch mit den Eltern über das Problem gesprochen. Alle hatten sich aber mit dem Stromsparen beschäftigt. Einzelne hatten sogar das zu Hause das Abschalten von Stand-by-Geräten besprochen und wollen es auch selbst beherzigen. Dann begann die Arbeit am Risikobericht. Jede Arbeitsgruppe erarbeitete für ihren Bereich einen Teilbericht und wird dies in der nächsten Schulstunde fortsetzen. (Günter Haverkamp)

Restrisiko – Die KLasse 9b Realschule Bergheim

10.12.2011 – Die SchülerInnen haben sich zwar auch mit den Tarifen der Eltern beschäftigt, aber auch hier sind die meisten Eltern bei RWE und haben somit Sondertarife. Einzelne sind aber bei Naturstrom und Yellow Strom. Die Jugendlichen begannen in ihren Arbeitsgruppen mit dem Risikobericht zu den Themen Drogenpolitik, Innere Sicherheit, Gesundheit und Bildung. (Günter Haverkamp)

Restrisiko – die 9c Realschule Bergheim

10.12.2011 – Die Jugendlichen sind stolz darauf, dass sie mit ihren Plakaten eine Ausstellung im Foyer der Schule gestaltet haben. Darin haben sie auf die Endlichkeit von Öl, auf die Fehler der Energiepolitik, der Bildungs- und Drogenpolitik aufmerksam gemacht und den Problemen für zukünftige Generationen. Im Workshop haben sie über die Hintergründe diskutiert und über Möglichkeiten, die jeweilige Situaiton zu verändern. Schließlich haben sie mit viel Energie begonnen, den Risikobericht zu schreiben. (Günter Haverkamp)

Restrisiko – die 6er entwerfen Aktionen

13.12.2011 – Die 6. Klasse der Realschule Kerpen hatte letzten Mittwoch einen Termin im Odysseum. Sie hatten dort nach einem Schatz gesucht – und ihn gefunden. Die Formel für eine gute Zukunft, so lautet dieser Schatz, liegt in deinem eigenen Verhalten. Sie waren so voller Elan, dass wir die Stimmung aufnehmen mussten. Sie waren sich einig, sie mussten etwas machen, auf sie kommt es an. Und so machten sie sich Gedanken darüber, wie sie selbst und wie andere aktiv werden können für eine energiesparsame Zukunft. Es waren ganz praktische Ideen und sie wollen selbst auch wirklich anfangen. Sehr kreativ wurden sie aber, als es darum ging, die Gesellschaft anzustoßen. So ein Energiespartag, an dem alle durch Informationen und Aktionen auf die Notwendigkeit des Energiesparens aufmerksam gemacht werden, ist schon eine gute Idee. Und auch die Wettbewerbe könnten einmal umgesetzt werden. Das wird dann das nächste Mal Thema sein. (Günter Haverkamp)

Restrisiko – Workshop in der 9a in Bergheim

16.12.2011 – Im Abschlussworkshop wurde in den einzelnen Arbeitsgruppen Bilanz gezogen. Die Jugendlichen waren mit großer Ernsthaftigkeit dabei. Die zwei Arbeitsgruppen Atomausstieg und Drogenpolitik hatten die anderen stark beeindruckt. Beide hatten sehr sorgfältig recherchiert und die Risiken aufgelistet. Alle sagten, sie hätten in dem Projekt viel gelernt, vor allem aber eins: Überall auf Risiken zu achten und sie neu zu bewerten. (Günter Haverkamp)

Schluss

Die Arbeitsgruppe Innere Sicherheit hatte sich so intensiv mit dem Thema beschäftigt, dass sie kaum aufhören konnten zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden. War es noch zu Beginn eine reine Polizeiangelegenheit, sie persönlich vor betrunkenen Kerlen und Anmache zu schützen, wurde später doch der Anspruch an die Gesellschaft stärker, die Augen aufzumachen und für sie da zu sein. Auch die Gruppe Verschuldung hatte sich in tiefe Diskussionen verstrickt und die Gruppe Drogenpolitik, die ebenfalls nicht in plumpen „Drogen-freigeben“-Slogans steckenblieb. Der Wunsch nach weiteren Projekten ähnlicher Art war deutlich spürbar. (Günter Haverkamp)

2023 Energie sparen

Kinder suchen Energiesünder – die Energiespar-Aktion

01/2023

Wir haben 10 Energiemessgeräte gekauft, die wir Schulklassen zur Verfügung stellen. Damit wollen wir erreichen, dass die Jugendlichen zu Hause nach Stromfressern suchen können. Damit helfen sie den Eltern,  weniger Strom zu zahlen und sie werden selbst sensible gegenüber Umwelt und Klima. Ganz nebenbei werden damit auch Mathe-Kenntnisse gefördert.

Aktion „Stromfresser suchen“

Alter:  3. bis 4. Klasse

Voraussetzung: In Schulen erhalten Jugendliche einschlägige Informationsfilme und Bildungseinheiten, die von vielen Organisationen angeboten werden.

Hintergrund: Wir suchen händeringend nach Einsparpotential und die steigenden Stromkosten werden im Herbst und Winter dieses Jahres, spätestens aber Anfang nächsten Jahres für viele Familien Nachforderungen ihrer Stromanbieter bringen werden, die sie verzweifeln lassen werden.

“Stromfresser suchen”

Mit einem Klassensatz Strommessgeräte und entsprechenden Informationen der Verbraucherzentrale gehen die Kinder und Jugendliche auf die Suche nach Stromfressern. Ziel ist, dass Kinder und Jugendliche die Messgeräte mit nach Hause nehmen und dort ganz praktisch mithelfen können, die Stromrechnung zu verringern.

Die Strommessgeräte können auf den Tarif eingestellt werden, der bei den Kindern zu Hause im Gebrauch ist. Viele Familien haben keine Ahnung, welchen Tarif sie haben. Durch die Aktion werden sie animiert, nachzusehen.

Spannend ist dann nicht nur der Test aller Geräte und die Feststellung, welchen Anteil sie an der Stromrechnung haben. Im Anschluss werden die Kinder in der Klasse von Energieexpert*innen beraten und können das Wissen über günstigere Tarife oder Anbieter mit nach Hause nehmen.

Unsere Erfahrung aus der von uns 2008 gestarteten Aktion „Stromfresser suchen“: Je jünger die Schüler*innen waren, mit desto mehr Eifer und Freude gingen sie im Projekt vor und das war ansteckend: Eltern waren zu vielen Umstellungen und Neukäufen bereit.

Material: Messgeräte

Verbraucherzentralen geben nur einzelne Messgeräte an Interessent*innen. In den uns bekannten Projekten werden nur einzelne Messgeräte in der Klasse an Demo-Geräten eingesetzt. Wir schlagen vor, dass Verbraucherzentralen und Stadtbüchereien die Klassensätze mit 15 Messgeräten verleihen. Die Schüler*innen nehmen die Geräte eine Woche mit nach Hause, notieren in einer App die entsprechenden Geräte und geben so auch einen großen Wissenspool für die Politik, wo die größten Potentiale in den Haushalten liegen. In der zweiten Woche nimmt die andere Hälfte der Schüler*innen die Geräte mit.

Ein Tipp

https://www.umweltschulen.de/energie/stromfresserbande.html


2015 Gesetze in die Schule
Das Integrationsstärkungsgesetz des Landtages NRW wird von drei Schulklassen bearbeitet und die Jugendlichen finden eigene wichtige Hinweise für die Abgeordneten.

Vorbemerkung

Wir finden, dass alle wichtigen Gesetze in die Schule müssen. Dass das geht, haben wir bewiesen. Ein höchstkompliziertes Gesetzesvorhaben des Landtages NRW wanderte in drei Schulklassen. Er Erkenntnisse der Jugendlichen waren für die Abgeordneten spannend.

02.09.2014 Kerpener Schüler*innen an Landtagspräsidentin

Dienstag, 2. September 2014
Politik in Aktion – Brief der Peacemakers an die Landtagaspräsidentin

Nach dem Gespräch mit den Abgeordneten im Landtag NRW war der nächste Weg, die Landtagspräsidentin anzusprechen und zu überzeugen. In einem Brief schrieben die PEACEMAKERS u.a. an Carina Gödecke:

„Zunächst konnten wir am 7.5.2014 unsere Idee in einer Präsentation auf dem Rheinturm und anschließend im Landtag vorstellen. Da damals die Zeit nicht reichte, luden die Abgeordneten Holger Ellerbrock und Stefan Engstfeld uns zu einem weiteren Gespräch in den Landtag ein.
Um die Vorschläge auf ihre Durchführbarkeit bewerten zu können, waren vom Ministerium für Schule und Weiterbildung Dr. Norbert Reichel und Hildegard Banneyer dabei. Die Idee wurde begrüßt und wir möchten mit FRIEDENSBAND und Landtagsabgeordneten aller Parteien ein Pilotprojekt starten.

Wir glauben, dass wir mit diesem Projekt den Unterricht interessanter gestalten können und dass auch alle anderen jungen Menschen über eine solche „Beteiligung“ einen Zugang zur Politik finden könnten.

Wir möchten Sie bitten, das Projekt zu unterstützen und würden uns über ein Gespräch freuen.“

23.04.2015 Das Projekt kann starten

Donnerstag, 23. April 2015
Projekt „Politik in Aktion – Gesetze in die Schule“ kann starten
Heute haben wir den Zuwendungsbescheid des Landesjugendamtes Rheinland bekommen: Wir können mit drei Schulen oder Einrichtungen das Projekt starten. Darin werden sich Jugendliche einmischen in ein aktuelles Gesetzesvorhaben des Landtages Nordrhein-Westfalen. Sie werden zu Lobbyisten. Sie erhalten die notwendigen Informationen und bilden sich eine Meinung, die sie den Abgeordneten mitteilen können. In diesem Projekt steht der Gesetzentwurf zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtekonvention im Mittelpunkt. Das Thema Inklusion ist spannend und betrifft viele Jugendlichen. In einer Meinungsumfrage befragen die Jugendlichen die Menschen in ihrer Umgebung.

28.04.2015 Kerpen Treffen der regionalen Abgeordneten im Landtag

Dienstag, 28. April 2015
Politik in Aktion: Vorbereitung auf den Landtag
Und wieder sind die SchülerInnen auf dem Weg in den Landtag. Nachdem die Klasse 9 der Realschule Kerpen schon im letzten Jahr zweimal mit ihrer Idee bei den Landtagsabgeordneten in Düsseldorf waren, können sie ihr Projekt diesmal den Abgeordneten aus Kerpen vorstellen. Das wurde heute noch einmal geprobt. Sie haben aber auch Bitten und Fragen an die Politiker. Gleichzeitig haben wir die weitere Vorgehensweise besprochen. Was muss passieren, bis sie eine konkrete Meinung zum Gesetzesentwurf vorbringen können.

24.02.2015 Kerpen Politikunterricht als Vorbereitung

Dienstag, 24. Februar 2015

Politik in Aktion – Start eines Pilotprojektes

Was die Jugendlichen in diesen 90 Minuten lernten, war atemberaubend. Zunächst waren wir gespannt, wie viel sie noch von dem Projekt wussten, dass sie selbst mit angestoßen hatten. Und obwohl mehr als ein halbes Jahr vergangen war, waren ihre Erinnerungen noch frisch. Dann ging es an die Arbeit, denn die SchülerInnen mussten in kürzester Zeit politische Prozesse kennen lernen. Sie erfassten die Grundzüge der Gewaltenteilung, erkannten die verschiedenen politischen Ebenen und wer dort die Entscheidungsprozesse beeinflusst. Grundlage war die Suche nach der Entscheidungsfindung auf unterster Ebene, in der Familie. Da konnten alle mitreden. Die Übertragung auf die Landesebene gelang mühelos. Zum Schluss sahen sie noch einen kurzen Spot aus dem Landtag: Die Wahl von Carina Gödecke zur Landtagspräsidentin. Sie wird übernächste Woche die Klasse besuchen.

01.05.2025 Kerpen Empfang der Landtagspräsidentin

Freitag, 1. Mai 2015
Politik in Aktion: Empfang der Landtagspräsidentin

Es war ein richtig kleines Demokratiefest: Die Aktivgruppe PEACEMAKERS ist ja nun schon einiges gewohnt: Zweimal im Landtag mit ihrer Idee einer neuen Politik-Plattform, Besuch der Landtagspräsidentin Carina Gödecke in ihrer Klasse, die Übernahme der Schirmherrschaft durch sie und jetzt die Einladung in den Landtag.


Es war eine sehr konzentrierte Atmosphäre und die Jugendlichen waren in im Vortrag ihrer Ideen einfach unschlagbar. Gekonnt trugen sie den Abgeordneten ihre Visionen und ihre Wünsche vor und überzeugten! Selten habe ich erlebt, dass sich alle anwesenden Politiker – gleich von welcher Partei – so intensiv auf ein Projekt einließen. Da wurde sofort der Kalender gezückt und kurzfristig anberaumte Termine eingetragen. Ja, die Klasse wird intensiv von den Parlamentariern begleitet und das Projekt gelingt, da sind wir uns jetzt sicher! Bild links: Rita Klöpper, Carina Gödecke und Ralph Bombis. Nicht auf dem Bild sind die Abgeordneten Rolf Beu und Daniel Schwerd.

Beschlossen wurde, dass ein Papier erstellt wird, in dem das Projekt für die Fraktionen erklärt wird. Am 23.6. kommen Herr Bombis und Frau Klöpper um 8.30 Uhr in die Schule und erfahren von den Jugendlichen, was sich mitzuteilen haben. Die SchülerInnen wünschen später im Gesetzgebungsverfahren, spätestens nach Abschluss, eine Rückmeldung, ob Ideen berücksichtigt wurden. Für den 19.5.15 wird Herr Killewald gebeten, das Inklusionsstärkungsgesetz vorzustellen. Da keine für Jugendliche verständliche Broschüren und Videos vorliegen, wird dazu etwas in Bewegung gebracht und mit den Kerpener SchülerInnen als Experten in eigener Sache besprochen. Mit enthalten sein sollen Handlungsmöglichkeiten für Jugendliche, damit sie sich an politischen Prozessen beteiligen können.

19.05.2015 Kerpen Besuch der Experten

Politik in Aktion: Zentrum Selbstbestimmt Leben in der Klasse 9c

Zwei Stunden nach Herrn Killewald setzte Horst Ladenberger vom Zentrum Selbstbestimmt Leben die Expertenanhörung der Jugendlichen fort. Er erzählte zunächst vom Badeunfall, der ihn in den Rollstuhl zwang und den Weg bis zum aktiven Lobbyisten für die Sache der Behinderten.  Auch er bemühte sich, die Hintergründe des Inklusionsstärkungsgesetzes zu erklären,  zeigte aber auch die Probleme damit auf. Es sei nicht wirklich mit Geld unterpolstert, müsse den Geltungsbereich der Eigenbetriebe einbeziehen und in einer leichten Sprache geschrieben sein. Letzteres ist etwas, was die Jugendlichen für sich selbst fordern könnten: Die Dokumente und Gesetze müssen so geschrieben werden,  dass auch sie sie verstehen können.

Politik in Aktion: Behindertenbeauftragter Norbert Killewald in der Klasse 9c

Früh morgens in der Klasse 9c der Realschule Kerpen: Der Behindertenbeauftragte der Landesregierung NRW klärt die Jugendlichen über den Werdegang des Inklusionsstärkungsgesetzes auf. Der an sich äußerst trockene Stoff wurde von ihm mit viel Humor und anschaulichen Informationen vorgetragen. Spannend war vor allem, wie lang an dem Gesetz bereits gearbeitet wird. Deutlich wurden auch die parteipolitischen und gesellschaftlichen Interessen. Jetzt wird als nächster Schritt die 1. Lesung interessant,  die vielleicht schon im August stattfinden könnte.

23.06.2015 Kerpen Gesetze in die Schule: Besuch der Abgeordneten

Dienstag, 23. Juni 2015
Politik in Aktion: Der krönende Abschluss

Erstmals haben sich in Deutschland Schüler*innen mit einem laufenden Gesetzesvorhaben des Landtages beschäftigt, um sich in das reale politische Geschehen einzumischen.

Die Klasse 9c der Realschule Kerpen war äußerst diszipliniert und hat einen großen Eindruck hinterlassen.

„Wir haben uns in den letzten Jahren für Kinder eingesetzt, die auf Tabakplantagen schuften oder die Fußbälle nähen müssen. Jetzt haben wir uns gedacht, dass wir uns mal für uns selbst einsetzen wollen“, sagt selbstbewusst die 15jährige Oumaima und spricht für alle Mitschüler der Klasse 9c der Realschule Kerpen. Sie kennen an ihrer Schule einige Mitschüler, die in irgendeiner Weise mit einer Behinderung leben. Da war es doch spannend sich einzumischen, wenn NRW-Sozialminister Guntram Schneider ein Gesetz in den Landtag mit dem Ziel einbringt „die volle und gleichberechtigte Teilhabe der Menschen mit Behinderungen und die Beseitigung von Barrieren, die sie daran hindern“ zu erreichen.

Die Landespolitiker des Kreises Rhein-Erft (v.l.): Brigitte Dmoch-Schweren, SPD, Schulleiterin Sabine Salmen, Rita Klöpper, CDU, Günter Haverkamp, FRIEDENSBAND, Yvonne Gebauer, FDP, zeigten sich hocherfreut, mit welchem Engagement hier junge Menschen praktische Politik betreiben. Rechts: Lehrerin Bettina Henke

Haben die Politiker im Landtag schon darüber nachgedacht, wie es jungen Behinderten bei der Freizeitgestaltung geht? Da ist ein Schüler in der 5. Klasse, der deutlich gemacht hat, dass es für ihn unmöglich ist, ohne Dolmetscher auf einer Geburtstagsparty die für ihn so wichtigen Gespräche zu verfolgen. Abgehängt! Da berichten die Jugendlichen von einem behinderten Jungen, der so gern in eine Disco gehen würde. Wie aber soll er ohne Inklusionshelfer Kontakte aufnehmen? Abgehängt. Den anwesenden Abgeordneten wurde die Dringlichkeit dieser Wünsche schnell klar. Es war schön zu beobachten, dass alle drei Abgeordneten sich eifrig Notizen machten. Das würden sie in die wenige Stunden später stattfindenden Fraktionssitzungen einbringen.

„Das Inklusionsstärkungsgesetz soll behinderten Menschen“, so zitiert Aslihan, „die Chance geben, ihr Leben selbstbewusst und selbständig führen zu können“. Da haben aber speziell Menschen mit geistigen Behinderungen bei wichtigen Behördenangelegenheiten große Schwierigkeiten, wie Merveille zu berichten wusste. Die Unverständlichkeit der verwendeten Sprache wäre ja auch für Jugendliche und für Migranten ein großes Problem. Das „Beamtendeutsch“ sei, so gab Brigitte Dmoch-Schweren den Jugendlichen recht, schon sehr schwer zu verstehen. Das rühre aber daher, dass es juristisch abgesichert sein müsste. Aber trotzdem könne da bestimmt mehr getan werden.

Rita Klöpper verwies darauf, dass die Klasse 9c bei ihrem letzten Besuch bei der Landtagspräsidentin Carina Gödecke, die übrigens die Schirmherrschaft für das innovative Projekt übernommen hat, um Mithilfe gebeten wurde. Der Versuch, Publikationen von den Schülern gegenlesen zu lassen auf ihre Verständlichkeit geht tatsächlich in die richtige Richtung.

Yvonne Gebauer, Landtagsabgeordnete der FDP und schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, kam stellvertretend für Ralph Bombis, der leider verhindert war.
Alle Schüler konnten Beobachtungen beisteuern, wie die Situation von Menschen mit körperlichen Einschränkungen in Bus und Bahn ist. „Es ist schlimm zu sehen, wie ein Rollstuhlfahrer nicht in den Bus kommt, weil die möglichen Hilfen nicht oder unzureichend genutzt werden oder bauliche Maßnahmen das erschweren“, meint Oumaima. Das neue Gesetz müsse die Städte und Kreise verpflichten, Aufzüge und Rolltreppen besser zu warten, den Bau von Rampen und Blindenampeln unverzüglich umzusetzen und mehr Sitzmöglichkeiten für körperlich eingeschränkte Personen in Bussen und Bahnen zu ermöglichen. Zwar verwiesen die Abgeordneten hier auf die Zuständigkeit der Städte und Kreise, notierten sich aber doch, dass hier vielleicht auf mehr Eindeutigkeit geachtet werden muss.

Die Schüler haben den Abgeordneten einiges mit auf den Weg gegeben. Vor allem, dass es nicht reicht, es bei „Kann“-Bestimmungen zu belassen. Es reiche ihnen nicht, wenn gesagt würde, dass es schwer sei, Gebärdendolmetscher oder Inklusionsbegleiter zu finden. Hier müssen Rechtsansprüche entstehen, weil sonst der notwendige Druck fehle, die teuren Maßnahmen umzusetzen.

Bei den Jugendlichen hat das Hineinversetzen in Menschen mit Behinderung eine völlig neue Denkweise bewirkt. Die Politiker sind erstaunt, dass Jugendliche einer Realschule diese Reife und Zielgenauigkeit entwickeln, sich mit einem hochkomplexen Bereich unserer Gesellschaft zu beschäftigen und ihre ureigenen Kritikpunkte zu finden, die hoffentlich dem Gesetzesvorhaben gut tun. Und der Politikunterricht von Bettina Henke hat gezeigt, dass Landespolitik zum Greifen nahe in den Unterricht gebracht werden kann und den Jugendlichen ein unverkrampfter Umgang mit den Politikern möglich ist.

Projekt-Serie „Die FalleT“

Das Projekt „Die Falle“

Das Leben der Jugendlichen ist voller Fallen. Oft haben sie nicht gelernt, damit umzugehen. Sie sind oft auch die Grundlage für Gewalt und Konflikte. Wenn sie sich mit den Geschichten und Nöten von Menschen die weit entfernt von ihnen leben beschäftigen, lernen sie für ihre eigene Situation und Zukunft zu handeln. Denn es ist leicht für sie, sich für andere einzusetzen und zu wissen, was ihnen gut tut, bei eigenen Problemen fällt das schwer.

Armut – eine Falle?

Es gibt sie, die Falle Armut und viele Jugendliche in unseren Schulen kennen sie sehr persönlich. Meist wird viel wertvolle Energie dafür aufgewendet, sie zu verheimlichen, was die vielleicht notwendige Hilfe erschwert.  Jugendliche beschäftigen sich mit der Armut weltweit – und bei uns. Wie können wir das vergleichen und was können wir daraus lernen? Die Jugendlichen recherchieren in ihrer Umgebung und erstellen einen Filmbeitrag, den sie der Politik und den Medien vorstellen. Mehr
Angst – eine Falle?

2010, 2013 und 2014 haben wir dieses Projekt mit unterschiedlichen Formen durchgeführt. Spannend dabei war, wie sehr sich die Jugendlichen nach anfänglichen Distanzierungsversuchen diesem Thema widmeten. Denn auch wenn sie so tun, als würde Angst für sie kein Begriff sein, sie sehnen sich danach, darüber sprechen zu können. Auch hier half ihnen natürlich der weite Weg von den Menschen in Flüchtlingsbooten und Hungergebieten, auf eigene Ängste zu kommen.

Zukunft – eine Falle?

In Nachrichtensendungen suchen Jugendliche nach möglichen Fallen. Wo ist die Zukunft von Menschen in Gefahr, wo sieht die Zukunft rosig aus? Die Angst vor einer falschen Entscheidung ist bei den Jugendlichen groß, andererseits wählen sie oft ohne viel nachzudenken einen riskanten Weg. Bei vielen Jugendlichen mit Migrationshintergrund finden wir das Gefühl der Ausweglosigkeit. Sie glauben, dass sie ohnehin keinen anerkannten Platz in der Gesellschaft finden können und fühlen sich minderwertig. Ein spannendes Projekt, an dessen Ende ein Filmbeitrag entsteht. Mehr

Klima – eine Falle?

Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist in vollem Gange und verursacht bei Jugendlichen große Ängste. Auf der einen Seite sind sie meist zu uninformiert, um sich diese Ängste bewusst zu machen – auf der anderen Seite wissen sie so viel, dass die eigene Zukunft dunkel erscheint. Sie suchen im Projekt nach praktischen Möglichkeiten diesem Trend entgegen zu wirken. Durch das Projekt werden sie an zukunftsentscheidenden Fragen beteiligt und können ihre Stimme bei PolitikerInnen einbringen. Der entstehende Filmbeitrag ist sicherlich spannend. Mehr

Zuwanderung – eine Falle

Jugendliche sind in der Diskussion um Zuwanderung hin und hergerissen. Im Projekt sollen sie ihre Position finden und für sich dabei prüfen, wie sie in 20 Jahren leben wollen. Sicher ist, dass wir in einer immer älter werdenden Gesellschaft, Arbeitskräfte aus dem Ausland brauchen. Viele Menschen haben aber Angst vor Überfremdung und davor ausgenutzt zu werden. Die Meinungsumfrage wird sicher spannend und ebenso der entstehende Filmbeitrag, der öffentlich Wirkung erzeugen soll. Mehr

Projekte unter dem Motto: „DIE FALLE“

Armut – eine Falle?

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Armut – eine Falle? Franz-Meyer-Gymnasium

Der Bezug entstand durch einen Politiklehrer, der in der Wartezeit auf die Stelle am Franz-Meyers-Gymnasium bei FRIEDENSBAND ein Praktikum absolvierte und mit uns Bildungsaktionen entwickelte. So war ein Teil der Erarbeitung mit ihm gemeinsam überlegt.

Klima – eine Falle?

2016 Fallen-Projekt: „Klima“ mit drei Klassen geflüchteter Jugendliche. Spannend die Aussagen von den syrischen Flüchtlinge über den Klimawandel in ihrer Heimat.

Die geflüchteten Jugendlichen in drei Integrationsklassen (zwei Hauptschulen) erforschten die Klimaprobleme und die damit verbundenen Fluchtgründe. Diese hatten sie teilweise am eigenen Leibe erfahren. Die Beschäftigung damit machte vielen von ihnen die unmittelbaren Zusammenhänge klar. Gemeinsam mit den jungen Flüchtlingen gingen wir der Frage nach, wie sich Klimakatastrophen auswirken. Viele konnten aus ihrer Heimat berichten, dass den Kriegen Dürren und andere Katastrophen vorausgingen. Trotz der Sprachschwierigkeiten für alle ein wichtiger Lernprozess.


Über weite Strecken war die Kommunikation mit Deutsch nicht möglich, da die Flüchtlinge oft erst ein halbes Jahr in Deutschland waren. So war es ein großes Sprachengewirr und gleichzeitig eine globale Einigung auf das Wesentliche: Klimaprobleme sind in vielen Ländern die Auslöser für Kriege.
 
Dumont-Lindemann-Hauptschule Düsseldorf
Mit der Dumont-Lindemann-Hauptschule haben wir in den letzten Jahren schon viele Projekte durchgeführt. Wir haben die engagierten Lehrer:innen schätzen gelernt und hatten auch seitens der Schulleitung immer viel Unterstützung. Jetzt durften wir mit den Klassen SE 2 und 3 ein ambitioniertes Projekt durchführen. In den Vorgesprächen mit der Lehrerschaft und der Schulleitung war deutliche Skepsis zu spüren, ob es für die Jugendlichen, die noch in der Ankommensphase waren und nicht viel Deutsch sprachen, möglich ist, sich mit einem so komplexen Thema auseinanderzusetzen.


17.2.2016  – Für die geflüchteten Jugendlichen der Klasse SE 3 in der Dumont Lindemann Hauptschule war das ungewohnt. Sie beschäftigten sich mit den Umweltproblemen, die von Auto und Industrie ausgehen. Welchen Anteil hat das Auto? Das fiel den Jugendlichen schwer: Ausgerechnet das Auto, nach dem sie sich alle sehnen, ist mitschuldig an den Klimaproblemen weltweit. Es war eine spannende Diskussion, auch um die Gesundheitsprobleme. Das schockierte die Jugendlichen, dass Kinder oft Atemwegsprobleme haben und das vor allem alte Menschen früher sterben.
Welche Konsequenzen ziehen wir daraus?


24.2.2016 – Wie kann unsere Zukunft aussehen, wenn wir so weitermachen? Aber wie bei der deutschen Bevölkerung war auch das Bewusstsein bei den zugewanderten Jugendlichen nicht ausgeprägt, am eigenen Verhalten etwas zu ändern. Die Auseinandersetzung mit dem Klimakiller Auto wurde intensiv geführt. Die Kosten für ein Auto wurden unterschätzt und intensiv besprochen.


Wie sieht unsere Welt aus?
25.2.16 – Das fragten sich die Jugendlichen im ersten Workshop und schrieben auf die Meinungswand zum Wort WELT alle positiven und negativen Begriffe, die ihnen einfielen. Die negativen wie Krieg, Korruption, Gewalt, Armut und Hunger strichen sie energisch durch, als wollten sie sagen, dass sie das nie wieder erleben wollten. Die positiven Begriffe wie Schule, Sport, Kunst, Musik, Familie und Beruf dagegen ließen sie auf der anderen Seite der „WELT“ so stehen. Es gab Diskussionen um Themen wie Religion und Politik, die positiv und negativ gesehen werden können.


Wie gehen wir mit unserem Klima um
3.3.16 – Schon beim letzten Mal wurde deutlich, dass dieses Gruppe sehr musikalisch ist. Vier der Jugendlichen – je zwei Jungen und Mädchen – singen, mehrere spielen verschiedene Instrumente. Die fehlende Kommunikation werden wir also über die Musik einfließen lassen. Entstehen soll ein Rap über unser Klima. Dafür müssen sich die Jugendlichen genau damit beschäftigen. Christian Deckert war mit seinen Kameras dabei und nahm den Prozess auf.

Workshops
Klimaveränderung – von Sündern und Geschädigten
Klimageschichten und Voraussetzungen für eigenes Handeln
4.3.2016 – Mit dem Versuch, gemeinsam Geschichten über Klimaflüchtlinge zu entwickeln, scheiterten wir an den mangelnden Deutschkenntnissen der Jugendlichen. So nahmen wir den Faden über die mitgebrachten Symbolbilder auf. Die Jugendlichen legten die Symbole für Haus, Auto, Kind, Familie, Tiere, Schule, Arbeit in ihrer individuellen Reihenfolge aus und sprachen darüber. Erstmals war Filmemacher Christian Deckert dabei und begleitete den Workshop mit seiner Kamera.
 

Armut – eine Falle?

Armut löst weltweit Kriege und Flüchtlingsströme aus, aber auch bei uns führt Armut zu Konflikten. Es gibt große Ängste vor immer mehr Armutsflüchtlingen, aber auch um eine auseinanderdriftende Gesellschaft. Wie entsteht Armut, wer fördert oder bekämpft sie, welche Interessen spielen eine wichtige Rolle? Spannend wird es, wenn die Jugendlichen selbst recherchieren und ihre Umgebung befragen.

Am Schluss des Projektes stand ein Filmprojekt: Die Jugendlichen erstellten, unterstützt vom Filmemacher Christian Deckert, ein Video.

Meinungswand präsentieren

Die MeinungswändeBeide Klassen arbeiteten intensiv mit der Papierrolle. Dabei zeigte sich, dass die zusammengetragenen Vorstellungen und Fakten während des ganzen Projekte und auch noch am Ende bei der Präsentation präsent waren und die Arbeit beeinflussten.Die Jugendlichen waren mit großem Eifer dabei, die Ursachen und die Auswirkungen von Armut in den Mindmaps sichtbar zu machen. Szenische Bearbeitung des Themas

Straßenszene

Sabrina Hosono brachte viele Methoden in das Projekt ein. Großen Spaß machte den Jugendlichen die szenische Darstellung von des Themas Armut.Gefilmt von Christian Deckert vor der Greenwall, entstanden verblüffend echte Situationen. Hier eine Szene, die eine Szene auf der Straße vortäuscht. Weitere Szenen sind im Film enthalten. Beide Klassen zeigten viel Kreativität bei den Rollenspielen. Die Expert:innen

Karl Sasserath

Wir gaben mehreren Expert:innen im Projekt die Möglichkeit, den Jugendlichen Hintergründe von Armut in Mönchengladbach aus erster Hand zu geben.Karl Sasserath vom Arbeitslosenzentrum kannte natürlich die Armut vor Ort aus erster Hand. Das galt auch besonders für Monika Bartsch von der Mönchengladbacher Tafel. Die tägliche Not, so aus der Praxis erklärt, schockierte die Jugendlichen. Die Meinungsumfrage

Armut – eine Falle? Villa, Mönchengladbach

2015 Falle-Projekt: „Armut“ – mit zwei Schulklassen und hier mit der Jugendeinrichtung „Die Villa“ Mönchengladbach

Jugendeinrichtung „Die Villa“
Das Thema Armut ist für viele der Kinder in der Jugendeinrichtung ´“Die Villa“ nichts Fremdes. Der Stadtteil Odenkirchen gehört auf keinem Fall zu den bevorzugten in Mönchengladbach. Hier sind aber Menschen mit viel Herzblut aktiv, den Kindern aus vielen Nationalitäten eine freundliche Bleibe für ein paar Stunden zu bieten – mit warmen Getränken und Essen natürlich.

Seit vielen Jahren gehört FRIEDENSBAND zu den Stammgästen in diesem Haus und wir haben sehr viele Workshops und Aktionen mit den Kindern gemacht. Dieses Mal eben zum Thema Armut. Die Jüngsten – 1.-3.12.2015Die Jüngsten der Jugendeinrichtung „Die Villa“ wussten schon genau, was heute auf dem Plan stand. Und elf 10 bis 12jähringen hatten sich bereits untereinander schlau gemacht. So war die Fantasie bereits bei den Armen in aller Welt. Sie beschrieben Armut in der Türkei, in Marokko und den USA und überlegten,  wo sie wohl herkommt,  die Armut.Im zweiten Teil des ersten Workshops wurde es spannend.  Wir legten eine Papierbahn aus und stellten den Traum in den Raum, sie, die Kinder aus Odenthal, hätten auf der Straße eine Brieftasche gefunden, eine mit richtig viel Geld drin. Nun sollten sie überlegen, was sie mit der Brieftasche tun würden. Das große Transparent füllte sich schnell mit den schönsten Dingen rund um eine prall gefüllte Geldbörse. Dann überlegten sie, was davon wirklich wichtig ist.Zum Schluss war der erste Teil des Filmes „Lost and found – die verlorene Brieftasche“ eine spannender Endpunkt. Die zweite Hälfte sahen die gespannten Kinder dann am zweiten Tag. Das war der Ausgangspunkt für Überlegungen, in Rollenspielen Armut darzustellen. Mit den drei Gruppen konnte dann während des Spiels immer wieder über Armut und welche Möglichkeiten es gibt, ihr zu entrinnen, gesprochen werden.Auch der dritte Tag stand im Zeichen der Darstellung von Szenen, die in der nächsten Woche von Filmemacher Christian Deckert aufgenommen werden sollten. Die Kleinen konnten es gar nicht fassen, dass ein echter Filmemacher mit ihnen drehen wollte. Die Älteren – 8.-10.12.2015Die älteren Kinder, eine Gruppe von zehn 12-14jährigen konnten sich schon intensiver mit der Tagespolitik beschäftigen. Spannend waren die Gespräche rund um die Kriege und Bürgerkriege und die Ursachen. Eindeutige Aussagen gegen jede Form von religiöser Gewalt kamen wie selbstverständlich von den Jugendlichen. Das ist in der Islamistenhochburg Mönchengladbach keine Selbstverständlichkeit. Da merkt man die Arbeit von Hayat Mia, dem Streetworker von Mönchengladbach-Odenkirchen und dem „Villa“-Team.Die Gespräche gingen sehr tief auch in den persönlichen Umgang der Kinder mit Gewalt und Überlegungen, wie Konflikte friedlich gelöst werden können. Auch sie sahen nun den Film „Lost and found – Die verlorene Brieftasche“. Der Film entsteht – 10.12.2015So hatten sich die Kinder in der Jugendeinrichtung das nicht vorgestellt. Da kam tatsächlich ein Filmemacher aus Düsseldorf, um mit ihnen einen Film aufzunehmen. Da klappte sehr gut und es zeigte sich ungeahnte Talente in den Kindern, die gar nicht mehr aufhören wollten mit ihren Szenen. Das wird sicher ein interessanter Film, den wir nun möglichst schnell den Politiker:innen zeigen wollten.

Video von Christian Deckert in der Jugendeinrichtung „Die Villa“ auf YouTube

gefLJA
Armut – eine Falle? Franz-Meyer-Gymnasium – Klasse 7a

2015 Falle-Projekt „Zuwanderung“ mit geflüchteten Jugendlichen in drei Schulen. Die gerade Angekommenen befragten auf der Straße die Passanten, was sie über Flüchtlinge denken.

Franz-Meyers-Gymnasium Mönchengladbach – Klasse 7a
Vom 23.10. bis zum 30.11.2015 konnten wir in der Klasse 7a drei 2-stündige Workshops durchführen
30.10.2015Thema der Stunde: Wie entsteht Armut? Was hält sie aufrecht? Was hat das für Folgen? Zunächst prüften wir, wie Kinder für sich selbst aktiv werden können und welche Chancen sie haben, Veränderung anzustoßen. Danach wählten die Arbeitsgruppen der vorherigen Stunde folgende Themen:Wohnungslosigkeit in Deutschlandemotionale Armut in Deutschland(Kinder)armut in AfrikaArmut in AsienArmut globalArmut in der TürkeiAnschließend starteten wir in eine Fishbowl Diskussion, in der wir uns fragten, wie Armut entsteht, wieso Menschen arm bleiben und was dies für Auswirkungen hat.  Bei der Fishbowl-Methode (auch Innen-/Außenkreis-Methode) diskutiert eine kleine Gruppe von TeilnehmerInnen im Innenkreis (im „Goldfisch-Glas“) das Thema, während die übrigen Teilnehmer*innen in einem Außenkreis die Diskussion beobachten. Die TeilnehmerInnen im Außenkreis können, wenn sie sich in die Diskussion einbringen wollen, ein Mitglied des Innenkreises „abklopfen“. Dieses darf dann noch seinen Satz fertig sprechen und macht dann seinen Platz für den Teilnehmer aus dem Außenkreis frei. Wir beschäftigten uns innerhalb der Diskussion mit den verschiedenen Armutsformen, Armutsursachen wie Jobverlust, Schicksalsschläge, Sucht oder Traumata. Außerdem fragten wir uns, ob Menschen, die sich in Armut befinden, selbst die Verantwortlichkeit für ihre Situation tragen, und ihnen teilweise eine Schuldfähigkeit zugesprochen werden kann. Die SchülerInnen erkannten den Teufelskreis, welcher sich in Armutslagen, vor allem in Kombination mit Suchtproblematiken, bilden kann. 

29.10.2015Das Thema der heutigen Stunde war „Armut in Deutschland -Armut weltweit“. Zwei Schüler erzählten über erlebte Situationen von ihrem Urlaub in Guatemala und Griechenland. Letzteres führte zu einer Diskussion über die aktuelle Griechenland-Finanzpolitik der EU. In Kleingruppen trugen die SchülerInnen anschließend ihr Wissen über Armutslagen in verschiedenen Regionen der Erde zusammen. Die Gruppen beschäftigen sich mit Deutschland, Türkei, Asien und Afrika. Eine Gruppe erarbeitete einen globalen Überblick. 

23.10.2015Auf einer Meinungswand brachten die Jugendlichen zu Papier, was ihnen zum Thema Armut einfiel. Dabei konnten sie die Standorte so häufig wechseln, wie sie wollten und an allen Diskussionen teilnehmen. Durch eine stille Diskussion können sich schriftliche Diskussionen unter den Teilnehmenden entwickeln, die sich auf die (anonymen) Aussagen anderer Schüler-/innen beziehen und sie ihrerseits kommentieren. Die Verschriftlichung verleiht der Diskussion vor allem für jüngere SchülerInnen eine größere Ernsthaftigkeit und führt dazu, dass Kinder miteinander diskutieren, die sonst wenig miteinander zu tun haben (da ja niemand weiß, von wem der vorherige Beitrag stammt). Als zentrales Thema entstand daraus für die Jugendlichen „Wohnungslosigkeit“

Umfrage

Ein wichtiges Element in unseren Projekten ist die Meinungsumfrage. Die Jugendlichen sollen sich selbst einen Eindruck erarbeiten, wie die Menschen auf der Straße denken. Dabei begegnen ihnen, die inzwischen im Projekt durch viele Informationen sensibilisiert sind, oft ihre alten Sichtweisen, die sie längst abgelegt haben.Es verstärkte sich dadurch automatisch das erworbene Wissen und die Befragung förderte die Persönlichkeit und schafft Selbstsicherheit.  Afrika-Korrespondent Mirco Keilberth informiert

Mirco Keilberth2

Im Franz-Meyers-Gymnasium Mönchengladbach warteten 230 Schülerinnen und Schüler gespannt auf ein besonderes Ereignis. Gerade mal eine Woche nach den Anschlägen von Paris kommt der Afrika-Korrespondent Mirco Keilberth, um die Hintergründe von Armut und Flucht zu erklären. Er arbeitet für Spiegel, Deutschlandfunk und taz und berichtet vor allem über Tunesien und Libyen.In beiden Ländern wohnt Mirco Keilberth auch vorwiegend, wenn er nicht in seiner Heimatstadt Hamburg ist. Die Bilder, die er per Beamer vorführt, sind eindrucksvoll. Die Geschichten, die er erzählt sind packend. Die Jugendlichen sind fasziniert und verstehen viele Zusammenhänge. Begeistert auch der Schulleiter.

151208 FMG Krings vor Schülern

Zum Schluss fasst Günter Haverkamp zusammen: „Wir haben jetzt viel gelernt und wissen Vieles besser. Aber FRIEDENSBAND macht nichts, ohne dass am Ende eine Aktion steht!“ Die wird nun mit den beiden Klassen 7a und 7b vorbereitet und vielleicht als Gesamtaktion der Schule an die Politik gehen: Wir müssen aktiv werden gegen die Armut, damit weniger Menschen ihre Heimat verlassen müssen. 

Abschluss mit Staatssekretär

Am 8.12.2015 war es so weit. Beide Klassen, die 7a und die 7b, zeigten im Pädagogischen Zentrum des Franz-Meyers-Gymnasiums, was sie in den letzten Wochen gelernt hatten. Dr. Günther Krings, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern war sehr beeindruckt, auch von den konkreten Fragen der Jugendlichen. Aber zunächst war es der Film, den Christian Deckert während des gesamten Prozesses gedreht hatte. Sehr informativ gibt er Auskunft über viele Aspekte von Armut in Mönchengladbach und weltweit.

Video von Christian der Klassen 7a und 7b des Franz-Meyers-Gymnasium auf YouTube

gefLJA
Armut – eine Falle? Franhz-Meyer Gymnasium – Klasse 7b

2015 Falle-Projekt „Armut“ im Franz-Meyer-Gymnasium Mönchengladbach. Beteiligt waren die Klassen 7a und 7b

Franz-Meyers-Gymnasium Mönchengladbach – Klasse 7b
Vom 23.10. bis zum 25.11.2015 konnten wir in der Klasse 7b fünf 2-stündige Workshops durchführen.
25.11.2015 – Zu Beginn stand beim heutigen Workshop die Reflexion der Veranstaltung mit Mirco Keilberth über die Fluchtursachen von Jugendlichen. Da hatte die Jugendlichen sehr  beeindruckt. Danach ging sie daran, die Umfrage vorzubereiten. Dazu hat sich die 7b einige Fragen ausgedacht. Diese Stunde war schon eine besondere, weil die Klasse 9c aus eigenem Wunsch daran teilnahm. Auch sie hatten ja an der Veranstaltung mit Mirco Keilberth teilgenommen und beteiligten sich nun intensiv an der Diskussion. Bei allen Fragen gab es heftigen Grund zu diskutieren. „Warum geben wir eher Geld für billige/schlechtere Qualität aus?“ – „Würden Sie faire Produkte kaufen und dafür mehr Geld zahlen?“ – „Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Armut und Flucht?“ – „Werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärnmer?“ Schließlich wurde der Ablauf der Interviews und unser Aufnahmegerät, die Flipkamera, besprochen. (Günter Haverkamp)

11.11.2015 – Die Klasse 7b hat einen Brief bekommen. Eine Mutter arbeitet bei C&A. Das war eine gute Einleitung. Der Inhalt des Briefes wurde intensiv besprochen. Natürlich wird der Brief beantwortet, aber dafür brauchen die Jugendlichen die weiteren Inhalte dieses Projektes. Also haben wir inhaltlich mit der Frage weitergearbeitet, was Armut mit den Kinderrechten zu tun hat. Die Kinderrechte, die von Armut berührt werden, wurden von den Jugendlichen zusammengetragen. Schließlich präsentierten die Arbeitsgruppen ihre Plakate um den Vortrag zu üben.

4.11.2015 – Der Einstieg war für die Jugendlichen verblüffend: „Wie riecht Armut?“ Langsam tasteten sich die SchülerInnen an die Vorstellung heran und waren dann ganz dabei. Ein Mädchen mit irakischem Hintergrund erzählte, dass sie es dort erlebt habe, ein anderes Mädchen in der Dominikanischen Republik und wieder andere in ihrem Umfeld. Wir stiegen tief ein in das Armutfühlen um dann darüber zu sprechen, wie man rauskommt. Zunächst fiel den Jugendlichen nur ein, was die Armen selbst machen können und das war nicht immer realistisch. Einfach Arbeit suchen ist ja gut gesagt. Dann überlegten sie, was andere tun können. Und schließlich wurde es spannend, als wir bei uns waren und unserem Kaufverhalten.

30.10.2015 – In festen Arbeitsgruppen behandeln die Jugendlichen in den kommenden Stunden selbstgewählte Themen: Flüchtlingssituation in Deutschland, Obdachlosigkeit in Deutschland, Armut in Indien, Kinderarbeit auf dem afrikanischen Kontinent, Waisenkinder, Armut in Mexiko. In einer Fishbowl Diskussion erarbeiteten wir Antworten und Ideen der SchülerInnen zu den Fragen: „Wie entsteht Armut?“ „Was hält sie aufrecht?“ Was hat das für Folgen?“ „Hat Armut nur mit Geld zu tun?“ „Sind arme Menschen ’selber Schuld‘?“  Die SchülerInnen diskutierten verschiedene Ideen zu Ursachen von Armut und stellten fest, dass es für Menschen immer schwieriger wird, sich aus Armutslebenslagen zu befreien, je länger diese andauern. Kinder hätten es schwer, wenn bereits die Eltern arm wären, da sie so weniger Chancen auf ausreichend Bildung und Förderung hätten.

23.10.2015 – Auf einer Meinungswand brachten die Jugendlichen zu Papier, was ihnen zum Thema Armut einfiel. Dabei konnten sie die Standorte so häufig wechseln, wie sie wollten und an allen Diskussionen teilnehmen. Durch eine stille Diskussion können sich schriftliche Diskussionen unter den Teilnehmenden entwickeln, die sich auf die (anonymen) Aussagen anderer Schüler-/innen beziehen und sie ihrerseits kommentieren. Die Verschriftlichung verleiht der Diskussion vor allem für jüngere SchülerInnen eine größere Ernsthaftigkeit und führt dazu, dass Kinder miteinander diskutieren, die sonst wenig miteinander zu tun haben (da ja niemand weiß, von wem der vorherige Beitrag stammt). Als zentrales Thema entstand daraus für die Jugendlichen „Flucht“. In einer Abschlussrunde fassten wir die gesammelten Meinungen zusammen und klärten offene oder kontroverse Fragen. (Sabrina Hosono)

Zukunft – eine Falle?

2014 Projekt „Zukunft – eine Falle?“. Die Kinder des Jugendclubs VILLA in Mönchengladbach präsentierten ihre Ideen und Forderungen der Bezirksbürgermeisterin.

Projekt Die Falle „Zukunft“

In spannenden Workshops erarbeiten wir mit geflüchteten Jugendlichen neue Zugänge, um die Sprachlosigkeit zu überwinden und Orientierung anzubieten.

Für die Jugendlichen ergibt sich aus der Auseinandersetzung mit den Fallen in ihrer Zukunft die Chance, sie bewusst wahrnehmen zu können. Eine Beteiligung an der Ausgestaltung des Projektes soll den Aufmerksamkeitswert und die Akzeptanz erhöhen und entsprechende Kompetenzen fördern.

Das gilt ganz besonders für geflüchtete Kinder. In der Dumont-Lindemann-Hauptschule und in der Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße in Düsseldorf führen wir das Projekt mit insgesamt drei Klassen durch.

Wir haben in der Vorbereitung sicherlich die doppelte Zeit gebraucht für jeden Workshop, weil die Herausforderung, mit geflüchteten Jugendlichen zu haben, groß ist. Es ist einerseits der Umgang mit den Kulturen, die immer wieder berührt werden und dann natürlich ist es die Frage, wie können wir es Jugendlichen erklären, die des Deutschen nicht oder noch nicht mächtig sind.

Wir haben den Vorteil, dass wir schon seit vielen Jahren mit sehr einfachen Mitteln arbeiten. Die Meinungswand ist ein wichtiges Element in unseren Workshops. Sie erlaubt großflächig zu schreiben oder, wenn das nicht gelingt, zu malen.

Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße Düsseldorf
In den Klassen IK 4 und 5 lernten Jugendliche, die vor 4 bis 12 Monaten nach Deutschland gekommen sind. Das Alter betrug 14 bis 17 Jahre. Sie kamen vorwiegend aus Syrien und Irak. Die Klasse IK 5 besteht aus Jugendlichen, die über geringe deutsche Sprachkenntnisse verfügten, während die Jugendlichen in der Klasse IK 4 bereits besser Deutsch sprechen konnten.
Wie sieht meine Zukunft aus?17.2.16 – IK 5 – Als Material wurden nacheinander vier Bilder (Ziele, Familie, Freunde, Job) auf die Papierbahn gelegt. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit ihre jeweiligen Gedanken zu äußern und auch aufzuschreiben. Dabei konnten sie sich untereinander helfen, bekamen aber auch Hilfestellungen von uns. Relativ schnell entwickelte sich das Thema Beruf als Fokus. Den Berufswunsch konnten sie auch pantomimisch vor der Kamera darstellen. Auch die familiäre Situation und Vorstellung für die Zukunft entwickelten sich zum Thema. Trotz der sehr persönlichen Fragen gaben die Jugendlichen bereitwillig Auskunft und hatten teilweise schon sehr konkrete berufliche Ziele.17.2.16 – IK 4 – Da die Jugendlichen mehr verstehen, konnten sie sich stärker einbringen. So sprachen sie, wie es um ihren Freundeskreis steht und wie schwierig es ist neue Freunde zu finden, auch aufgrund der Sprachbarriere. Sie konnten sich ganz konkret zu ihren Zielen äußern. Für ein Bewegungsspiel legten wir vier Papiere auf den Boden. Auf dem einen stand „-5“, auf dem zweiten „0“ und auf dem dritten „+5“. Indem sie sich der Reihe nach auf die Papiere stellten, beantworteten die Jugendlichen die Fragen „Wo war ich vor fünf Jahren?“ – „Wo bin ich jetzt?“ – „Wo werde ich in fünf Jahren stehen?“ Sie konnten damit ihre Erlebnisse, ihre Situation und ihre Wünsche zusammenfassen. Es folgten manchmal sehr schwierige Situationen, wo die Eine oder der Andere auch einmal weinten, wenn sie ihr Zuhause und Spielszenen vor 5 Jahren beschrieben und auch die Zukunft war für viele nicht leicht zu beschreiben. Interessant an dieser Arbeit war, dass sie sich gegenseitig sehr aufmerksam zuhörten und von einander lernten. Meine Zukunft – unsere Zukunft24.2.2016 – Die geflüchteten oder zugewanderten Jugendlichen in den Klassen IK 4 und 5 versuchten für sich eine Zuordnung: Was ist für uns heute hier im neuen Land für uns das Wichtigste. Angeboten haben wir Symbole für Heim, Familie, Kinder, Auto, Fahrrad, Gesundheit und Schutz. Da kamen die Jugendlichen schon ins Nachdenken. Was hätten sie noch vor kurzem gewählt, was jetzt? Und was ist wichtiger? Da wanderte der Kinderwunsch bei vielen nach unten. Gesundheit war bei allen wichtig. Welche Menschenrechte sind für meine Zukunft wichtig?2.3.2016 – Dieses Mal ging es um die Wertvorstellungen und Rechte, die sich bei den Jugendlichen durch das Leben in einem fremden Land verändern. Mit Symbolen für die wichtigsten Menschenrechte regten wir die Jugendlichen zum Nachdenken an und zeigten ihnen, dass nur durch Toleranz ein Zusammenleben ohne gewalttätige Konflikte möglich sind. Der Sinn der Menschenrechte wurde deutlich gemacht und die Jugendlichen formulierten sogar eigene Rechte, angelehnt an ihre Wünsche. Dabei wurden Erfahrungen ausgetauscht.
Dumont-Lindemann-Hauptschule Düsseldorf
Die Klasse SE 1 besteht aus Jugendlichen, die überwiegend bereits länger als 6 Monate in Deutschland sind. Die Deutschkenntnis waren noch nicht ausgeprägt, aber die Jugendlichen halfen sich untereinander
Wer ist für unsere Zukunft verantwortlich?22.1.16 – Wir organisierten einen Termin im Rathaus Düsseldorf. Die Jugendlichen der SE-Klasse 1 der Dumont-Lindemann-Hauptschule interessiert, wie Politik gemacht wird in ihrer neuen Heimatstadt. Dazu hat sich Bürgermeister Günter Karen-Jungen viel Zeit genommen. Zwischendurch kommt auch Oberbürgermeister Thomas Geisel dazu und interessiert sich für die Meinung der Jugendlichen. Die sind natürlich tief beeindruckt, nehmen aber vor allem auch mit, dass hier Politik nicht gefährlich und sehr bürgernah abläuft. Eine guter Einstieg in das Thema Zukunft.Flucht in die Zukunft19.2.16 – Die SE 1 beschäftigte sich intensiv mit der Frage, wie die Zukunft der Welt aussieht. Sie haben es geschafft, einen Ort zu erreichen, an dem sie sicher sind, keinen Hunger haben und zur Schule gehen können. Besorgt machte sie, dass nicht nur durch Kriege Menschen fliehen müssen. Auch die vom Menschen verursachten Klimaprobleme zwischen Menschen zunehmend, ihr Land zu verlassen. Was man dagegen tun kann, war ein wichtiges Thema in dieser Stunde.
Besuch im Rathaus Düsseldorf


Das Projekt wurde zu 70 Prozent durch das Landesjugendamt Rheinland gefördert. 30 Prozent wurde durch Spenden aufgebracht

2016 Fallen-Projekt: „Zukunft“ mit drei Klassen geflüchteter Jugendliche. Sie forschten danach, was sie zurück lassen mussten und was vor ihnen liegt.

2016 Aktivgruppe „Zukunft“ hatte sich spontan aus dem Fallen-Projekt gegründet und wollten sich um Flüchtlinge kümmern, die neu angekommen sind.

Aktionsgruppe „Zukunft“

Die jungen Flüchtlinge der SE-Klasse hatten im Projekt den Wunsch geäußert, denen zu helfen, die jetzt ganz neu angekommen waren. Es gab tolle Begegnungen und Hilfe auf gleicher Augenhöhe.

Eure Zukunft ist unsere Zukunft!

Im Projekt „Zuwanderung – willkommen?“ hatte sich die SE-KLasse der Dumont-Lindemann-Schule in Düsseldorf intensiv mit dem Thema Flucht und Vertreibung beschäftigt. Die meisten von ihnen waren vor Kriegen und Konflikten in Syrien und dem Irak geflohen. Sie waren also Expert:innen. Unser Angebot am Ende des Projektes, zugewanderten Gleichaltrigen zu helfen, die noch in einer Flüchtlingsunterkunft leben, fanden die Jugendlichen spannend.

Leider kam dieses Angebot in mehrerer Hinsicht zu früh, so dass sich die zunächst mit viel Enthusiasmus getroffene Zustimmung abflachte und zum Schluss ins Leere lief. Immerhin hatten die Jugendlichen nach vielen Hürden doch noch den Besuch in der Flüchtlingsunterkunft durchführen können und ein paar Versuche gelangen dann doch noch.

23.10.2015 – Die Aktivgruppe trifft sich zum ersten Mal. Es war eine spannende Situation für Günter Haverkamp. Was wollen die Zuwandererkinder aus Ländern wie Syrien, Irak, Armenien, Spanien und Mazedonien in Angriff nehmen? Aus verschiedenen Vorschlägen schälte sich die Überlegung heraus, sich für Flüchtlingskinder einzusetzen. Da kommt natürlich sofort die Frage, ob Jugendliche, die gerade erst ein halbes Jahr in Deutschland sind, sich für andere einsetzen können, die gerade ankommen? Sie alle haben erlebt, wie es ist, in eine fremdes Land zu kommen, teilweise nach ungeheuren Strapazen einer Flucht. Alle stimmten dafür, nächste Woche die Flüchtlingsunterkunft Moskauer Straße zu besuchen, die gerade fertig geworden ist.

30.10.2015 – Leider musste Günter Haverkamp der Aktivgruppe erklären, dass ein Besuch bei der Flüchtlingsunterkunft Moskauer Straße nicht klappt, weil sie noch nicht bezogen ist. Alle verstanden, dass die Menschen erst einmal Ruhe brauchen, um anzukommen. Daher machten wir eine erste Trainingsstunde „Konflikte lösen“. Welche Konflikte kennen die Jugendliche der Aktivgruppe? Es wurde schnell praktisch. Das „Ausländer raus!“ haben mehrere bereits erlebt. Wie geht man damit um? Die Mädchen kannten eher den Weg des Sich-weg-duckens. Damit beschäftigten wir uns intensiv. Wie könnte das anders aussehen? Daran wollen wir in der nächsten Stunde weiterarbeiten.

06.11.2015 – Und wieder klappte es nicht, die Flüchtlingsunterkunft Moskauer Straße zu besuchen, weil die Menschen erst in den letzten zwei Tagen eingezogen sind. Aber dafür hat sich die Leiterin der Flüchtlingsunterkunft Zeit genommen und ist heute zum Treffen mit der Aktivgruppe gekommen. Jetzt erfuhren die Jugendlichen Einzelheiten über die Menschen, wie viele Jugendliche dabei sind und welche Nationalitäten dabei sind. Gemeinsam machten wir uns noch einmal intensiver Gedanken darüber, was die Aktivgruppe in der Moskauer Straße machen kann und welche weiteren Formen gäbe, es aktiv für Flüchtlinge zu werden.

26.02.2016 – Mit der SE 1 die Flüchtlingsunterkunft Moskauer Straße zu besuchen, war spannend. Der Besuch war mit den Betreuerinnen der Flüchtlinge in der Unterkunft gut vorbereitet. Es war für die Jugendlichen der Klasse, die selbst in verschiedenen Unterkünften lebten, ein Seitenwechsel, plötzlich als Besucher:innen zu kommen und Hilfe anzubieten. Über den Satz  “Eure Zukunft ist unsere Zukunft” haben die Jugendlichen viel nachgedacht und begriffen, dass sie Hilfe brauchen und mithelfen können, weil vielleicht noch mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Da sind die jungen Flüchtlinge als Expertinnen hoch willkommen. Mädchen nehmen Mädchen mit zum Treff, Jungs, die schon in Sport- oder Jugendclubs sind, versuchen andere Jugendliche unterzubringen. Und das gemeinsame Fußballspielen wird hoffentlich auch gelingen – oder gibt es da Hürden?

04.03.2016 – Ein langsamer, spannender Prozess. Anderen helfen ist in den Herkunftsländern der Jugendlichen in der hier gelebten Form nicht so bekannt. Es entsteht eine Freude daran, etwas für andere zu tun. Von Seiten des Grünflächenamtes haben wir grünes Licht bekommen und können auf dem Rasen vor der Flüchtlingsunterkunft Moskauer Straße Fußball spielen. Acht Jungs sind dabei und bringen auch noch andere mit. Möglich ist das Fußballspielen auch auf dafür vorgesehene Plätze. Der Mädchentreff wird wohl auch Zulauf bekommen. Tischtennis kann auf dem Programm stehen. Abschließend kann gesagt werden: Ja, da waren doch Hürden. Die eigene ungeklärte Situation und die Fluchterlebnisse waren noch nicht genug bearbeitet, so dass eine längerfristige Energie für Andere noch nicht möglich war. Aber einzelne kleine Ansätze waren doch vorhanden und machten die Jugendlichen stolz.

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