Politik einbinden

Bereich:

 Ethik, Politik

Themen:

 Gleichberechtigung, Teilhabe, Wahlen

Politiker*innen können nicht alles wissen. Wenn sie nicht informiert werden, sind die Fakten, die sie ihren Entscheidungen zugrunde legen, lückenhaft.

Friedensband hatte 2015 den Gesetzentwurf zum „Integrationsstärkungsgesetz“ ausgedruckt und drei Schulklassen zur Verfügung gestellt. Die Jugendlichen kamen bei der Lektüre nicht weit: Die 93 Seiten waren natürlich nur schwer verständlich. Also sagten wir ihnen, sie sollten auch nicht die Gedanken der Erwachsenen interpretieren, sondern eigene Gedanken einbringen. Am Ende saßen Landtagsabgeordnete aller Parteien im Klassenzimmer und waren erstaunt, von den Jugendlichen zu lernen.  Beispiel:

„Haben Sie schon berücksichtigt, dass Jugendliche auch Hilfe beim Flirten brauchen? Wir haben einen 15 Jährigen gesprochen, der in der Disco immer am Rande steht und keine Chancen hat, ein Mädchen anzusprchen. Auch das ist Inklusion!“

Nein, daran hatten werder die Abgeordneten noch die 200 Expert*innen gedacht, die sie eingeladen hatten.

 

Wie erreiche ich Politiker*innen

Politiker*innen sind angewiesen darauf, einen möglichst guten Kontakt zu den Menschen in ihrer Region zu haben. Dazu gehören ganz besonders die Kinder und Jugendlichen, weil sie einen großen Teil ihrer parlamentarischen Arbeit betreffen. Schulen, Jugendeinrichtungen und Jugendgruppen können also recht selbstbewusst an die Wahlkreisbüros herantreten.

Die Adressen und Kontaktdaten findet ihr meist auf den Webseiten eurer Kommune. In der Regel sind dort alle Abgeordneten aufgeführt.

Eine weitere Möglichkeit ist der Bundestag, der alle Bundestagsabgeordneten auflistet. Dort könnt ihr über den Wahlkreis eure Bundestagsabgeordneten finden.

 

Politiker*innen einladen

Wir haben oft Politiker*innen eingeladen in die Schulen und Jugendeinrichtungen und nie die Erfahrung gemacht, dass sie kein Interesse haben. Dabei haben wir immer dafür gesorgt, dass die Eingeladenen eine Rolle spielen, also nicht nur Empfangende waren.

Oft haben wir sie die Reihen der Jugendlichen eingereiht und genauso aufgerufen und einbezogen. Sie sind keine Heiligen! Einhellig kamen von den so eingebundenen positive Kommentare. Wie Michael Große-Brömer, Parlamentarische Geschäftsführer CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, der in der Grundschule Egestorf in der Lüneburger Heide Nachhilfe unterricht zum Thema Kindersoldaten von den Kindern bekam:

„Selten habe ich in so kurzer Zeit, so viel gelernt“

Die Form der Ansprache ist völlig offen: Ihr könnt die amtliche Mailadresse, die ihr im Internet findet, nutzen.  Die Mails landen erst einmal zum Vorsortieren in den Händen seiner Mitarbeiter*innen, die auch den Terminkalender führen.

 

Politiker*innen besuchen

Zunächst einmal solltet ihr überlegen, ob ihr den Weg über eine Führung im Bundestag oder im Landtag wählen solltet. Alle Abgeordneten haben die Möglichkeit, eine Anzahl von Schulklassen und Gruppen einzuladen, die dann betreut werden und ein Gespräch mit den Abgeordneten ist auch immer dabei, wo ihr eure Themen loswerden wollt. Oft wird das Kontingent nicht ausgenutzt. Schön ist aber auch, dass ihr euch keine Sorgen mehr um die Fahrtkosten machen müsst. 🙂

Wir haben immer wieder im Landtag NRW oder im Bundestag die Abgeordneten an ihrer Wirkungsstätte besucht. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass uns fast keine Hindernisse in den Weg gelegt wurden, eine Aktion jugendgerecht zu gestalten. Dabei wurden zwangsläufig ab und zu Hausregeln „gedehnt“, aber immer in Absprache mit den Verantwortlichen.

 

Politiker*innen einladen

In einer Klasse oder im kleinen Raum in der Jugendeinrichtung ist der Kontakt zu den Politiker*innen für die Kinder und Jugendlichen leichter möglich. Für beide Seiten entsteht eine unmittelbare Kommunikation.

Wenn wir Politiker*innen in einer Aula mit vielen Schüler*innen eingeladen haben, sorgten wir für ein Programm, bei dem die Eingeladenen Teil des Geschehens waren. Das hatte enorme Wirkung erzeugt.

 

FRIEDENSBAND-Aktionen mit Politikbeteiligung

Wir haben etwa 50 Aktionen mit der Einbindung von Politiker*innen durchgeführt. Das waren ganz kleine, Aktionen wie in der Jugendeinrichtung „Die Villa“ in Mönchengladbach oder ganz große, wie in Altenburg mit mehreren Hundert Schüler*innen. Uns war auch nicht wichtig, ob es sich um bekannte Bundestagsabgeordnete oder Bezirksbürgermeister handelt. Im Vordergrund stand für uns immer der Dialog zwischen den Kindern und Jugendlichen und den Entscheidungsträger*innen. Beide sollten voneinander lernen.

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