Vorab für euch intern:
Neuanfang. Ich habe den „Veto-recht für Kinder“-Versuch erstmal auf Eis gelegt. Kommt später nochmal heraus. Aber die aktuelle Diskussion über die männerdominierte Gewalt lässt mir keine Ruhe. Das beschäftigt uns ja schon seit vielen Jahren. Mal sehen, ob das ein Aufschlag ist.

„Wir Männer sind unfähig, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Frauen und Kinder ohne Angst leben können. Ohne die volle Beteiligung der Frauen an der Macht, wird es keine Veränderung geben. Nicht unter 50 Prozent.“
Günter Haverkamp
Seit Jahrhunderten wehrt sich die patriachal geprägte Gesellschaft gegen das Teilen der Macht. Wir fordern daher uneingeschränkt die Parität auf allen Gebieten, weil eine Zukunft nur gelingen kann, wenn Frauen in alle Entscheidungen einbezogen werden.

Gefragt ist der komplette Sachverstand, um uns aus der gefährlichen Gesamtsituation herauszuholen in die uns.
Die Männer haben es mit ihrer in Jahrhunderten gewachsenen Macht nicht vermocht, die Gesellschaft und Politik so zu gestalten, dass Kinder und Frauen ohne Angst in diesem Land leben können . Frauen müssen also in allen Gremien gemäß ihrem Anteil an der Bevölkerung beteiligt sein.

Wähl keine (Partei) unter Fünfzig
Prof. Dr. Rita Süssmuth: „Wer an den Tischen sitzt, entscheidet, welche Themen Priorität haben.“
Wenn Frauen im Bundestag unterrepräsentiert sind, fehlen ihre Perspektiven, Erfahrungen und Prioritäten in der Gesetzgebung. Das hat konkrete Folgen: Themen wie Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt, Gewaltschutz oder familienfreundliche Strukturen werden nicht mit der notwendigen Dringlichkeit behandelt.
Die Geschichte zeigt: Ohne Frauen in der Politik bewegt sich wenig. Seit Jahrzehnten existieren Probleme wie die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern oder unzureichend finanzierte Frauenhäuser – und sie bleiben ungelöst. Warum? Weil die Parlamente, die diese Gesetze gestalten, mehrheitlich männlich sind. Wer an den Tischen sitzt, entscheidet, welche Themen Priorität haben. Ohne Parität gibt es keine gleichberechtigte Politik und Gesetzgebung.
Wenn wir auf dieses Potenzial verzichten, verlieren wir nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch politische Weitsicht. In Zeiten großer Herausforderungen können wir es uns schlicht nicht leisten, die Hälfte der Gesellschaft strukturell auszuschließen. Bundesstiftung Gleichstellung

Der Frauenanteil in Deutschland beträgt etwa 50,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, Ihr Anteil im Bundestag liegt bei 32,4 Prozent und ist somit 2,3 Prozentpunkte niedriger als nach der Wahl 2021 (Stand 2021: 34,8 Prozent). Die Männer machen sich wieder breit.
Stationen der Verweigerung

„Ich bin dafür, dass Frauen nicht wählen dürfen“
Stationen des Frauenwahlrechts, Video Tagesschau

Mehr Frauen in die Kommunalpolitik – das ist das Ziel des Helene Weber-Kollegs. Youtube


Grundgesetz, Artikel 3
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
Prof. Dr. Silke Laskowski: „Der Gesetzgeber ist nach Art. 3 Abs. 2 GG verpflichtet, diesen verfassungswidrigen Zustand zu beseitigen.“
Bei 50 Prozent Frauen im Parlament können wir von echter gleichberechtigter demokratischer Partizipation sprechen. Sonst bleiben Lebensrealität, Perspektiven und Themen von Frauen auf der Strecke. Die Entgeltdiskriminierung zum Beispiel besteht schon seit 1949, der Gender Pay Gap liegt bei 16 Prozent. Das ist ein klarer Verstoß gegen Art. 3 Abs. 2 GG, nach dem alle Frauen einen verfassungsrechtlichen Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche/ gleichwertige Arbeit haben. Der Gesetzgeber ist nach Art. 3 Abs. 2 GG verpflichtet, diesen verfassungswidrigen Zustand zu beseitigen. Aber der Gesetzgeber – bis 1987 (gut) 90 Prozent Männer, seit 1990 80 Prozent und seit 1998 rund 70 Prozent – bewegt sich nicht, um einen verfassungskonformen Zustand zu schaffen. Beim Thema Gewaltschutz ebenso: Bundesweit fehlen Frauenhausplätze, die Frauen und Kindern Schutz vor gewalttätigen Männern bieten könnten. Dabei ist der Staat nach Art. 2 Abs. 2 GG zum Schutz ihres Lebens und ihrer körperlichen Unversehrtheit verpflichtet. Diese Themen interessieren nicht. Die Liste der Beispiele ließe sich endlos fortsetzen.

Weder Männer noch Frauen sollten diesen Status Quo anerkennen. Es gibt Parteien, die das verbriefte Ziel, dass Frauen gleichberechtigt an der Macht beteiligt werden sollen, nicht erreichen. Es ist erschreckend, dass CDU und CSU knapp über 20 Prozent liegen – von der AfD ganz zu schweigen (11,8 Prozent)
Wie stehen die Parteien zur Gleichstellung?
Debatte zum Gesetzantrag der AfD, 21.02.2019, Bundestag, Youtube
Debatte zum internationalen Frauentag, 15.03.2019, Bundestag, Youtube
CDU/CSU


Angela Merkel auf dem Bundestag der Jungen Union: „Der geschäftsführende Bundesvorstand der Jungen Union… schön männlich, aber 50 Prozent des Volkes fehlen. Und ich sage Ihnen: Frauen bereichern das Leben – nicht nur im Privaten, auch im Politischen!“ ZDF

Tweet des Hamburger JU-Vorsitzenden Philip Heissner: „74 % der Jungen Union Hamburg lehnen eine Frauenquote ab. Die Junge Union bleibt ein Hort der Vernunft“ ZDF
SPD

Leni Breymaier, SPD: „Immer daran denken: Wir wolen nicht die Hälfte vom Kuchen, wir wollen die Hälfte der Bäckereien“ ZDF
FDP

Christian Lindner: „Kommt der Vorschlag, dass wir eine männliche und eine weibliche Doppelspitze im Vorsitz brauchen, dann diskutieren wir das und machen das vielleicht… bei meinem Nachfolger.“
FDP-Bundesparteitag 2019: Diskussion um Frauenquote, Video Youtube
AfD

Beatrix von Storch: „Nach der von Ihnen angestrebten Quote nach Bundestagsmandate nach Geschlecht, Frauen, Männer und natürlich auch die Diversen, kommt doch als nächstes die Quote für Junge, Alte, Schwule Übergewichtige und deutsche mit Migrationshintergrund. Das ist nichts anderes als die Rückkehr ins Mittelalter zum Ständestaat. Kurz gesagt: Frauenquote ist Mittelalter“ ZDF
- Alice Weidel: Frauenquote diskriminiert Männer, Short-Video
- Björn Höcke: „Wir müssen männlicher werden!“ Youtube
Die Grünen-Abgeordnete Britta Haßelmann wies in ihrer Rede am Donnerstag darauf hin, dass die AfD besonders wenige Frauen in den Landesparlamenten habe. „Natürliche Auslese“, kommentierte jemand aus der AfD-Fraktion. WELT, 21.02.2019
Anteil weiblicher Abgeordneter nach Parteien
- 61,2 Prozent – Bündnis 90/Die Grünen (2021: 58,5 Prozent)
- 56,2 Prozent – Die Linke (2021: 53,9 Prozent)
- 41,7 Prozent – SPD (2021: 41,8 Prozent),
- 25,0 Prozent – CSU (2021: 22,2 Prozent)
- 22,6 Prozent – CDU (2021: 23,8 Prozent)
- 11,8 Prozent – AfD (2021: 13,3 Prozent).

Schickt euren Protest an die Parteien, die eurer Meinung nach besser werden müssen. Sie müssen spüren, dass wir in einem Land leben wollen, in dem Frauen mindestens die gleiche Macht haben, wie Männer.

Besucht die Politiker*innen in ihren Wahlkreisbüros oder in den Parteizentralen. Einfach anrufen, Termin machen, hingehen. Viele haben Sprechstunden für Bürger*innen.
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Die Bundesebene
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Die Bundesebene der Parteien
Hier findet ihr Ansprechdaten und Personen in den Parteien:
CDU / CSU

Christlich Demokratische Union Deutschlands
Fraktionsvorsitzender und Bundeskanzler
Friedrich Merz
CDU-Bundesgeschäftsstelle
Klingelhöferstraße 8
10785 Berlin
Tel. 030-22070-0
Fax 030-22070 111
kah@cdu.de

Christlich-Soziale Union in Bayern
CSU Landesleitung
Mies-van-der-Rohe-Str. 1
80807 München
Tel. 089-1243-0
Fax 089-1243-299
landesleitung@csu-bayern.de

CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Jens Spahn
Fraktionsvorsitzender
Alexander Hoffmann
Erster Stellvertretender Fraktionsvorsitzender
Steffen Bilger
Erster Parlamentarischer Geschäftsführer
Dr. Reinhard Brandl
Parlamentarischer Geschäftsführer (CSU)
SPD

Sozialdemokratische Partei Deutschland
SPD-Parteivorstand
Wilhelmstr. 141
10963 Berlin
Tel. 030-25991-500
Fax 030-25991-375
parteivorstand@spd.de
Bündnis 90 Die Grünen

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Bundesgeschäftsstelle
Platz vor dem Neuen Tor 1
10115 Berlin
Tel. 030-28442-0
geschaeftsfuehrung@gruene.de
Bundesvorsitzende:
Dr. Franziska Brantner MdB
Büro im Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 227 73096
E-Mail franziska.brantner@bundestag.de
Büro im Wahlkreis
Bergheimerstr. 147
69115 Heidelberg
Tel: 06221-9146620
franziska.brantner.wk@bundestag.de
Felix Banaszak
Büro im Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
E-Mail: felix.banaszak@bundestag.de
Büro im Wahlkreis
Pulverweg 5
47051 Duisburg
E-Mail: felix.banaszak.wk@bundestag.de
Regionalbüro in Brandenburg an der Havel
Ritterstraße 90
14770 Brandeburg an der Havel
E-Mail: felix.banaszak.wk02@bundestag.de
Die LINKE

Die Linke
Bundesgeschäftsstelle der Partei Die Linke
Kleine Alexanderstraße 28
10178 Berlin
Tel. 030-24 009 999
Fax 24 009 310
E-Mail: bundesgeschaeftsstelle@die-linke.de
Parteivorsitzende
Ines Schwerdtner
ines.schwerdtner@die-linke.de
Parteivorsitzender
Jan van Aken
jan.vanaken@die-linke.de
AfD

Alternative für Deutschland
Alternative für Deutschland
Bundesgeschäftsstelle
Eichhorster Weg 80
13435 Berlin
Tel. 030–220 23 000
Fax 030–220 23 009
kontakt@afd.de
Fraktionsvorsitzender
Tino Chrupalla – MdB
Büro im Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: +49 30 227-74435
Telefax: +49 30 227-70435
Mail: tino.chrupalla@bundestag.de
Wahlkreisbüro
Muskauer Straße 73
02943 Weisswasser
Telefon: 03576 / 2196700
Mail: tino.chrupalla@bundestag.de
Fraktionsvorsitzende
Alice Weidel
Büro im Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
E-Mail: alice.weidel@bundestag.de
Für Alice Weidel finden wir keine Telefon- und Faxnummern im Büro im Bundestag und kein Wahlkreisbüro. Das ist nicht sehr demokratisch, weil alle anderen Abgeordneten die Angaben machen.
Die Landesebene
In jedem Bundesland sind die Abgeordneten auf der jeweiligen Webseite des Abgeordnetenhauses zu finden. Bei unserem Beispiel ist es der Landtag NRW

Die kommunale Ebene
Im Rathaus gibt es in der Regel einen Empfang, bei dem man sich melden kann. Vielleicht gibt es eine Bezirksvertretung im Stadtteil. Die Termine der Treffen sind im Internet leicht zu finden.


Männer tragen weiß
Die White-Ribbon-Kampagne ist eine internationale Männerbewegung, die sich für die Beendigung der Männergewalt in Beziehungen, sprich gegen häusliche Gewalt von Männern einsetzt.
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2003 rief Günter Haverkamp Kolleg*innen aus den Medien zu einer Aktion gegen den drohenden Irakkrieg zusammen. Es entstand das weiße Friedensband steht und damit eine aktionsgestützte Bildungsarbeit. Hunderte kleine und große Aktionen entwickelten wir seitdem mit Jugendlichen.
2024 erhielt Günter Haverkamp für seine Arbeit das Bundesverdienstkreuz.
