Wenn Erwachsene sich irren und das Falsche wählen, sind leiden die Kinder und Jugendlichen, die zusehen müssen. Sie haben keine Stimme. Aber sie können sanft Einfluss nehmen. Hier zwei Aktionsideen.
Aktion RESTRISIKO
Es ist je nach Alter eine Zeitspanne von fünf bis 10 Jahren, dass die Kinder und Jugendlichen von heute die falschen Entscheidungen der Erwachsenen zu spüren bekommen. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er seine aktuelle und persönliche Situation in das Zentrum seiner Entscheidungen stellt.
Das war vor längerer Zeit, als Entwicklungen im allgemeinen langsamer verliefen, nicht so problematisch wie heute, wo sich die Ereignisse überschlagen.
RESTRISIKO-Gruppen
Ihr schaut euch die Videos der Parteivorsitzenden und die Wahlprogramme der Parteien an und prüft sie auf das Restrisiko.
Hintergrund zum Begriff RESTRISIKO
Bis 2011 wurde das Wort Restrisiko klein und blass in letzten Zeilen von Beschreibungen der Atomkraft gedruckt. Mit der Atomkatastrophe von Fukushima änderte sich das schlagartig. Alle betonten, dass das Restrisiko bei Kernkraftwerken zu hoch sei. Es dauerte nur 10 Jahre, das vernietlichten die gleichen Politiker:innen den Begriff wieder und heute rufen sie wieder nach der Atomkraft. Was für eine Denken steckt dahinter?
Eure Aufgabe
- Greift euch ein Thema aus den Reden und den Wahlprogrammen heraus
- Filtert eure These heraus: Ihr sagt, was richtig und wichtig ist
- Tragt die der Klasse vor und sucht zusammen das RESTRISIKO
Ab damit in die Öffentlichkeit
- Schickt eure Resolution an die Parteien – diskutiert mit ihnen
- Schickt es an die Medien
- Macht in eurer Schule, Bibliothek, Sportverein… Info-Aktionen
Aktion Faires Wahlcafé
Seit 2005 haben bei vielen Wahlen diese Aktion angeboten. Unterstützt von Fairhandels- und Kinderrechtsorganisationen wurde die Situation der Kinder weltweit thematisiert, die unter den schlechten Wahlentscheidungen der Erwachsenen litten.

Draußen bildeten sich große Diskussionsrunden, gut von den Jugendlichen bedient mit selbstgemachten Kuchen und fairem Kaffee.

Drinnen hatten die Jugendlichen das Café gemütlich eingerichtet. Wer Lust hatte, konnte am Tresen diskutieren.

Die Klasse aus Essen demonstrierte am Wahlsonntag für das Wählen. Sie riefen „Wir wollen euch wählen sehen, wir wollen euch wählen sehen!“ und luden ins Café ein.
Meinungsumfrage durchführen
Die Jugendlichen denken sich eigene Fragen aus und gehen auf die Straße. Dabei gibt es oft spannende Ergebnisse.
2013 hatten drei Schülerinnen in Leverkusen bei ihrer Meinungsumfrage einen Herrn gefragt, ob er wählen geht. Er entpuppte sich als Bundestagspräsident Norbert Lammert, immerhin nach dem Bundespräsidenten der zweithöchste Staatsvertreter Deutschlands. In amüsant-feiner Weiser erklärte er den Schüler:innen seine Arbeit. Als Erinnerung gab es eine Autogrammkarte von Norbert Lammert.
Wahlcafé 2013 – Arbeitsblätter
Arbeitsblatt 1 – Begleitung zu einem YouTube-Video
Arbeitsblatt 2 – Wählen oder nicht? Zwei Meinungen
Arbeitsblatt 2a – Wählen im Iran
Arbeitsblatt 3 – Politische Freiheit
Arbeitsblatt 4 – Wahlfreiheit im Steinbruch
Arbeitsblatt 5 – Wahlfreiheit Sklaverei

Unterstützt wurden wir von gepa und El Puente, die Kaffee spendeten und Plan International, EED und UNICEF, die sich inhaltlich beteiligten.
Die Jugendlichen in Essen hatten einen eigenen Flyer erstellt, den sie in die Briefkästen des Wahlbezirks verteilten. In vielen Geschäften und in Banken hingen die Plakate aus, mit der Aufforderung, wählen zu gehen.

Das Plakat zur Aktion
Eva Zimmermann hat ein interessantes Plakat für das Projekt FAIRES WAHLCAFÉ gestaltet. Das Smiley auf etwas unruhigem Untergrund hat den Mund verklebt.
Mit der Frage „Stimme verloren?“ wird etwas ironisch den Erwachsenen gezeigt, dass sie eine Stimme haben und vielleicht verlegt haben.
Und alle, die ihre Stimme gefunden und abgegeben haben, erhalten im FAIREN WAHLCAFÉ eine Belohnung.



